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Echo-Preisverleihung

Linke Bands empören sich erneut über Frei.Wild

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„Frei.Wild“ bei einem Auftritt in der Schweiz 2012 Foto: Wikipedia/Philipp Burger

BERLIN. Die Nominierung der Südtiroler Band „Frei.Wild“ für den Musikpreis „Echo“ ist in der linken Musikszene auf harsche Kritik gestoßen. Die Chemnitzer Kapelle Kraftklub, die ebenfalls für den „Echo“ vorgeschlagen ist, kündigte an, den Preis nicht annehmen zu wollen. „Wir möchten nicht weiter in einer solchen Reihe genannt werden. Obwohl wir uns gefreut haben, zusammen mit Mia., Die Toten Hosen, Unheilig und Die Ärzte nominiert gewesen zu sein. Schade um die schöne Aftershowparty“, heißt es auf der Facebook-Seite von Kraftklub.

Ähnlich äußerte sich auch die Band Mia.: „Wir haben uns heute sehr, aber leider auch nur sehr kurz über unsere Echo-Nominierung gefreut, da unter den aktuell Nominierten mit Frei.Wild eine Band genannt wird, deren Weltbild wir zum Kotzen finden.“ Von ihrer Nominierung nahm die Gruppe Abstand. Mia. selbst wurde in der Vergangenheit von linksextremen Gruppierungen vorgeworfen, angeblich nationalistisches Gedankengut“ zu pflegen.

Veranstalter halten an Nominierung fest

Auch Die Ärzte, die sich selbst als Punkrocker bezeichnen, zeigten sich empört über die Nominierung. „Beim ‘Wichtigsten deutschen Musikpreis’ ist mal wieder eine politisch fragwürdige Band nominiert“, heißt es auf der Webseite der Gruppe. Zudem habe sie der „Echo“-Preis nie interessiert.

Die Veranstalter des „Echo“ lehnten es ab, die Nominierung von Frei.Wild in der Kategorie „Kategorie Rock/Alternative National“ zurückzunehmen. Bewertungsgrundlage seien die Verkaufszahlen in Deutschland. Die Bands mit den meistverkauften Alben werden automatisch nominiert. „Da im Fall von Frei.Wild keine offensichtlichen Gründe für einen Ausschluß von den Charts vorliegen, zum Beispiel eine Indizierung durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, findet auch die Qualifizierung entsprechend den Echo-Regularien statt.“ (ho)

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