Eine Mehrheit für die Heiligkeit des Lebens

An Demonstrationen gegen Abtreibung haben in den USA weit mehr als 300.000 Bürger teilgenommen. Die Märsche finden jedes Jahr am 22. Januar in der Hauptstadt Washington und anderen Großstädten statt.

Damit wird des Grundsatzurteils „Roe gegen Wade“ gedacht, mit dem das Oberste Gericht 1973 die Abtreibung legalisierte. Seither sind in den USA schätzungsweise mehr als 50 Millionen Kinder ohne rechtliche Folgen im Mutterleib getötet worden. Lebensrechtler fordern, daß das Oberste Gericht dieses Urteil widerruft. Im Blickpunkt der diesjährigen Demonstrationen stand auch die Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama. Lebensrechtler protestieren dagegen, daß die Möglichkeit geschaffen wird, Abtreibungen mit Steuergeldern zu subventionieren. Allein in Washington kamen nach Angaben der Veranstalter mehr als 300.000 Abtreibungsgegner zusammen, darunter fünf Kardinäle und 40 Bischöfe der römisch-katholischen Kirche. In San Francisco gingen etwa 35.000 Menschen für den Schutz der ungeborenen Kinder auf die Straße.

Erstmals konnten US-Bürger auch virtuell am „Marsch für das Leben“ teilnehmen. Über 80.000 Personen registrierten sich unter www.virtualmarchforlife.com. Darunter waren auch die letztjährige republikanische Vizepräsidentschafskandidatin Sarah Palin, Ex-Gouverneurin von Alaska, und der frühere Gouverneur von Arkansas und Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner, Mike Huckabee.

Mehreren Meinungsumfragen zufolge nimmt die Zahl der Abtreibungsgegner in den USA zu. Einer Gallup-Studie vom Mai 2009 zufolge tritt inzwischen  die Mehrheit (51 Prozent) für die „Heiligkeit des Lebens“ ein, während 42 Prozent für das Recht der Frau auf Abtreibung plädieren. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Pew halten sich die Anteile der Abtreibungsgegner (44 Prozent) und der Befürworter des Rechts auf Schwangerschaftsabbruch (47 Prozent) fast die Waage. Nach Angaben beider Institute wächst die Zahl der Abtreibungsgegner besonders in der jungen Generation. Bei den 18- bis 29jährigen haben sie eine klare Mehrheit von 58 Prozent.

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