Waffenbesitzer sind frustriert

Die im 14. Jahrgang monatlich mit einem Umfang von 146 Seiten erscheinende Zeitschrift Deutsches Waffen-Journal (DWJ) – Untertitel: Schießsport, Sammeln, Technik und Recht – beschäftigt sich in ihrer aktuellen Ausgabe (September 2009) unter anderem mit den Aussagen und Positionen der im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien zum Waffenbesitz. Bereits im Editorial macht Herausgeber und Chefredakteur Walter Schulz deutlich, daß nach seiner Auffassung „Deutschland auf dem Weg vom Rechtszum Überwachungsstaat (ist)“. Die Waffenrechtspolitik sieht er daher auch als „Nagelprobe für die Ehrlichkeit und Seriosität von Parteien und Politikern“. Zwar seien Schützen, Jäger und Waffensammler mehrheitlich dem konservativen bis konservativ-liberalen Lager zuzuordnen, doch gerade in diesen Kreisen sei die Frustration über das Agieren der CDU und in Bayern der CSU groß.

Dennoch plädiert der Autor dafür, auf jeden Fall zur Wahl zu gehen, allerdings sollten die Waffenbesitzer den Kandidaten der Parteien konkrete Fragen zur Waffenrechtspolitik und der Waffengesetzgebung stellen. So könne man beispielsweise danach fragen, welchen Zusammenhang der Kandidat zwischen schußwaffenbezogener Gewalt, insbesondere Schulmassakern, und Schußwaffen in Schützen- und Jägerhand sehe. Gefragt werden sollten Politiker auch, ob sie glauben, daß sie mit dem Waffengesetz Einfluß auf die Gewaltkriminalität nehmen können. Im DWJ-Kommentar „Gefahren für die Zukunft“ legt der Herausgeber noch einmal nach und betont nachdrücklich die Wichtigkeit der „Ideale des freiheitlichen Bürgerrechtsstaates“ und einer die „rechtsstaatlichen Prinzipien achtenden Verordnungsgebung“. Der Wahlausgang sei daher „enorm wichtig“.

In dem Beitrag „Neue Wege“ schildert Andreas Wilhelmus, wie analog zu den USA inzwischen auch hierzulande Spezialeinheiten der Polizei zunehmend bei der Organisation und Durchführung ihrer Schießausbildung auf die Infrastruktur und das Know-how von Privatunternehmen zurückgreifen. So organisierte das Unternehmen „Baltic Shooters“ auf der Schießanlage „Großer Bockhorst“ in Güstrow jetzt den „1. Special Forces Workshop“. Der Workshop lief in Form eines wettkampflich orientierten Vergleichsschießens ab, somit lag der Schwerpunkt der Veranstaltung auch ausschließlich im Bereich der Schießtechniken und nicht im taktischen Bereich. Den Abschluß des Heftes bildet der Beitrag „Am Berg der Freiheit“ zum Tiroler Freiheitskampf von 1809. Nachdem 2009 das offiziell zelebrierte Andreas- Hofer-Gedenkjahr ist, wird der durch die Bergiselschlachten geprägte Geist der Tiroler Freiheitskämpfe hier noch einmal lebendig. Andreas Hofer als Anführer des Widerstands gegen die bayrisch-napoleonische Besatzung ist bis heute der Nationalheld Tirols, ein Mythos, eine Legende, ein Märtyrer. Wer dieser wagemutige Volksheld war, welche Zeichen er im schicksalsschweren Jahr 1809 für die Freiheit Tirols gesetzt und welche mächtige Spuren er in der Tiroler Volksseele hinterlassen hat, läßt sich nur im historischen Kontext erfassen.

Anschrift: DWJ-Verlag. Rudolf-Diesel-Str. 46, 74572 Blaufelden. Das Einzelheft kostet 5,45 Euro, das Jahresabo 56 Euro. Internet: www.dwj-verlag.de

Probeabo JF 2021 Gratis lesen

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
Hierfür wurden keine ähnlichen Themen gefunden.
aktuelles