Absurdes Theater

Wo, bitte schön, steht eigentlich geschrieben, daß Politik immer gediegen, vornehm, diplomatisch zu sein hat? Und wo bitte steht, daß Politiker stets frei von Emotionen und Instinkten agieren sollen? Seit Gerhard Schröders denkwürdigem Fernsehauftritt in der „Berliner Runde“ am Abend der Bundestagswahl prügelt die versammelte Medienmeute auf den Noch-Kanzler ein. „Rüpel“, „Rabauke“, „Macho“ und „Verrückter“, schallt es aus dem Blätterwald. Im Spiegel dieser Woche heißt es: „Hinter den Fassaden der Macht herrschte in den sieben Jahren der Ära Schröder/Fischer mitunter der Umgangston der Straße und auch das Regelwerk von dort. (…) Es gibt auch ein Kanzlerwort zu diesem Komplex: ‚Nur die Harten kommen in den Garten.'“ Auweia. Daß Politiker öfter dem Volk auf der Straße aufs Maul schauen (nicht nach dem Mund reden) sollen, ist gerade eine unter Konservativen bis zum Überdruß perpetuierte Forderung. Aber den Umgangston der Straße pflegen, jemanden auch mal verbal anrempeln? Igitt, das geht nun wirklich zu weit. Wo kommen wir denn hin, wenn Politiker anfangen, sich so zu verhalten wie ihre Wähler. Als Rudi Völler vor laufender Kamera die Journalisten anraunzte, lag ihm die Nation freudejauchzend zu Füßen. Schröder hingegen bezieht Dresche – von Weicheiern, Betschwestern und Salonlöwen. Was für ein absurdes Theater!

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