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Zwischen Nation und Paradies

Die leichtfertig versprochenen irdischen Paradiese des Marxismus/Leninismus mögen längst verblaßt sein, doch zumindest Der Funke hält unbeirrt am „Leuchtfeuer der Mao Tse Tung-Ideen“ und der Kulturrevolution fest. Das kann man – je nach Mentalität – rührend oder treuherzig finden, vielleicht aber angesichts einer „Landreform“, die Millionen Bauern das Leben kostete, dem zu einer beispiellosen Hungersnot führenden „Großen Sprung nach vorn“ und dem brutalen Terror der „Großen Proletarischen Kulturrevolution“, der nach chinesischen Schätzungen 20 Millionen Menschen zum Opfer fielen, durchaus einfach auch nur geschmacklos. Viel interessanter ist jedoch, daß Der Funke als eines der ganz wenigen linksradikalen Blätter nationalrevolutionären Strömungen nicht gänzlich abgeneigt ist und dies auch immer wieder dokumentiert. So wird ein umfangreicher Brief Michael Niers publiziert, in dem dieser seine Gedanken zu einer „nationalen Linken“ äußert. Nachdem er der PDS anläßlich ihres Chemnitzer Parteitages „linksbürgerlichen Reformismus“ attestiert, ihren „Kosmopolitismus“ als „imperialistische Heimatlosigkeit in Ideologie und Praxis“ beschreibt und die „linkischen Multikultis“ als „rot getarnte Globalisierungspartner des Imperialismus“ entlarvt, plädiert Nier angesichts der „Globalisierung der Herrschaft des Finanzkapitals“ für „ganz neue politische Bündnisse gegen die neoliberale Internationale“. Einwanderung begreift er in diesem Zusammenhang völlig richtig als „Teil des imperialistischen Destruktionsprozesses“, zudem sei Migration heute „nicht selten Kriminalitätsmigration“, in der sich das internationale Verbrechen als „multikulturelle Bereicherung“ einklinke. Umwerfend originell ist die Antwort des Funken-Herausgebers auf Niers Offenen Brief nicht gerade. Nach ein paar Phrasen wie „Der Kommunismus ist die edelste Idee der Menschheit“ ringt er sich aber schließlich doch zu der Erkenntnis durch, daß Deutschland eine nationale Linke brauche. Ideologisch unterfüttert wird dies mit einigen Aufsätzen aus nationalrevolutionären Zeitschriften, leider ohne jeweils – wie der guten Ordnung halber üblich – die Quellen anzugeben. So liest man Texte über Ernst Niekischs „Ostorientierung“ und seine „pragmatische Russophilie“, über die historische Allianz deutscher Nationalisten mit dem Kommunismus und über den aus dem Lager der Konservativen Revolution kommenden Nationalbolschewismus, dem es allerdings nie vergönnt war, aus kleinen, intellektuellen Zirkeln und Bünden heraus in Deutschland zu einer machtvollen politischen Realität zu werden. Tatsächlich spielten die deutschen Kommunisten der zwanziger und dreißiger Jahre allein aus taktischen Gründen und um die Rechte zu spalten eine Zeitlang die „nationalistische Karte“. Dies funktionierte auch sehr gut, was die Übertritte diverser Nationalisten wie Richard Scheringer, Bodo Uhse, Bruno von Salomon und Beppo Römer zur KPD und ihre Erfolge in der Landvolkbewegung bewiesen. Anschrift: Postfach 50 17 22, 22717 Hamburg. Der Einzelpreis beträgt 3,50 Euro.

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