Joachim Kuhs

 

Heilige als Comic-Helden

Wenn ein katholischer Priesterorden heute weltweit 450 Priester und 1.200 Priesteramtsanwärter zählt, dann läßt das aufhorchen. Der besagte Orden heißt „Legionäre Christi“ und gehört zu den neuen geistlichen Bewegungen, auf die der Papst für seine Neuevangelisierung ganz große Hoffnungen setzt. Daß dieser Orden offensichtlich für junge Menschen eine große Ausstrahlung besitzt, liegt wohl auch daran, daß er von einem 20jährigen Priesterstudenten gegründet wurde – 1941 in Mexiko. Die „Legionäre Christi“ kennzeichnet eine tiefe Liebe zur Kirche, zur Heiligen Schrift, zum Papst und zu den Sakramenten. Auch Mel Gibson dankt im Abspann seines Films „Die Passion Christi“ den „Legionären Christi“ für ihre Unterstützung. Wenige Jahre nach den „Legionären Christi“ wurde auch die dazugehörige Laienbewegung „Regnum Christi“ gegründet. Die hierin geeinten Frauen, Männer und Jugendlichen wollen bewußt ihren Glauben leben und in der Welt als Sauerteig wirken, um das Reich Christi aufzubauen. Ihre vorrangigen Arbeitsgebiete sind Familie, Mission, Erziehung und Medien. So geben Mitglieder des „Regnum Christi“ in 13 Ländern auch eine monatliche Kinderzeitschrift namens NET heraus, die der religiösen Glaubensunterweisung dienen soll. Seit gut einem Jahr erscheint die Zeitschrift auch auf deutsch. Der Name NET steht für NeuEvangelisierung des dritten JahrTausends (lateinisch Tertium Millennium). Zugleich aber soll durch das englische Wort für „Netz“ angedeutet werden, daß eine Vernetzung katholischer Familien und dadurch eine gegenseitige Stärkung erreicht werden soll. Das Magazin versucht, Kinder ganzheitlich anzusprechen und dabei die Religion als einen Aspekt des Lebens einfließen zu lassen. Dem Redaktionsteam gehört daher neben einigen Damen mittleren Alters auch ein achtjähriger Junge an. So erzählt jedes Heft ein neues Comic-Abenteuer der Net-Bande. Das sind vier Kinder, die sich um ein tugendhaftes Leben bemühen und dabei Unterstützung durch einen befreundeten jungen Priester erfahren. Ebenso bietet jedes Heft eine Bibelgeschichte im Comic-Stil und stellt in gleicher Weise auch einen Heiligen vor. Sympathisch ist an diesem Heft, daß es die christliche Botschaft nicht auf das sonst übliche Niveau herunterschraubt. Hier wird mehr geboten als „Seid lieb und nett zueinander“ und „Jesus hat uns alle lieb“. Hier wird versucht, die ganze Fülle des katholischen Glaubens darzustellen, beispielsweise die Lehre über die heiligen Engel im September-Heft oder der Rosenkranz in der Oktober-Ausgabe. Auch der heilige Pater Pio, der die Wundmale Christi trug, wird den Kindern vorgestellt. Wenn auch die typisch amerikanische Machart und die Comic-Figuren nicht jedermanns Geschmack finden dürften, bietet das NET-Magazin dennoch solide geistliche Kost für die katholische Familie und kann daher die religiöse Erziehung gut ergänzen. NET-Hauptbüro, Britta Kniebel, Hauptstr. 20, 41564 Kaarst. Das Jahresabo (10 Ausgaben) kostet 39,60 Euro. Bergbauarbeiters aus Butcher Hollow!der JF

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