Hehre Ziele, böse Absichten

John Pilger, einer der großen Männer des angelsächsischen Journalismus, untersucht in seinem Buch „Verdeckte Ziele. Über den modernen Imperialismus“ die geopolitischen Hintergründe des westlichen Imperialismus. Folgt man den in der Tat beeindruckenden Analysen des Autors, dann wird dieser in aller Regel im Namen vorgeblich hehrer Ziele wie „Freiheit“, „Demokratie“ und „Menschenrechte“ praktiziert. In Wahrheit setzten westliche Großmächte, voran die USA und Großbritannien und nicht zuletzt auch Israel, ihre Interessen unter schön klingendem Deckmantel brutal mit den Mitteln des Staatsterrorismus durch. Dennoch gilt es als Sakrileg, sie als Terrorstaaten zu bezeichnen, diese zweifelhafte Ehre bleibt Ländern wie Iran oder Libyen vorbehalten, nach Pilger alles „kleine Fische auf der Bühne des internationalen Terrorismus“. Darüber kann man nun gewiß streiten, und es mutet den Leser auch ein wenig merkwürdig an, daß der islamische Imperialismus völlig unerwähnt bleibt. Allerdings kann man seiner These, daß Muslime nur für einen Bruchteil der Terrorismusopfer in der Welt verantwortlich sind und überdies zu denjenigen gehören, die – wie zum Beispiel in Palästina – am stärksten unter Staatsterror zu leiden haben, kaum etwas entgegensetzen, wenn man den Begriff des Staatsterrorismus ähnlich weit faßt, wie Pilger dies im Gefolge des Schweizer Globalisierungskritiker Jean Ziegler macht. Heerscharen westlicher Wissenschaftler und Publizisten, die von bestimmten „Denkfabriken“ und Interessenverbänden mit Desinformationen gefüttert und finanziell ausgehalten werden, sorgten dafür, daß diese Wahrheiten in der öffentlichen Diskussion nicht zum Zuge kämen, moniert Pilger. Forciert werde dies durch die Entwicklung auf dem Medienmarkt, wo kleine, unabhängige Verlage und Sender zugunsten immer mächtigerer Meinungsmonopole von großen multinationalen Konzernen verdrängt und vernichtet würden. Presse-, Informations- und Meinungsfreiheit seien somit auch in „demokratischen“ Gesellschaften nicht mehr länger gewährleistet. John Pilger: Verdeckte Ziele. Über den modernen Imperialismus. Zweitausendeins, Frankfurt am Main 2004, 347 Seiten, broschiert, 12,75 Euro

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