Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

Glaubensstark

Die im 33. Jahrgang erscheinende Katholische Monatsschrift Theologisches wurde von dem glaubenstreuen Publizisten und Geistlichen Rat Prälat Wilhelm Schamoni in den Wirren der Nachkonzilszeit begründet. Es ging dem Herausgeber darum, den immer deutlicher erkennbaren Fehlentwicklungen der Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils publizistisch, theologisch und auch geistlich entgegenzutreten. Nachdem die Mißstände und der Verrat der katholischen Wahrheit immer größere Ausmaße annahmen, wurde der Kurs der Zeitschrift nach dem altersbedingten Rückzug Schamonis unter dem neuen Herausgeber Prof. Dr. Johannes Bökmann noch konsequenter und entschiedener. Die inzwischen von Monsignore Ulrich-Paul Lange herausgegebene Schrift zählt heute zu den anspruchsvollsten Periodika des traditionsverbundenen Katholizismus. Zu den regelmäßigen Autoren gehörte viele Jahre der unvergessene Erik Ritter von Kuehnelt-Leddin, dessen geschliffene Beiträge – beispielsweise zum Thema „Mitmensch Neuheide“ – die Lektüre zu einem absoluten Gewinn machten. So hielt E. Kuehnelt-Leddin „reinen Atheismus“ für eine „unverzeihliche Dummheit“; Antitheisten wie den Surrealisten Bunuel, der selbst übrigens für Atheisten nur Verachtung übrig hatte, respektierte er dagegen, weil ihre Rebellion gegen Gott immerhin noch etwas von der Wahrheit und Schönheit des Glaubens ahnen ließ. Im übrigen sei es wohl noch nie jemandem gelungen einen völlig religionslosen Menschen zu finden, der einmal zu denken angefangen habe, da der Mensch an sich kein religionsloses Wesen sei. Aber auch „gottlose Denker“ wie Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir beeindruckten ihn „rein intellektuell“. Als „ein wahres Anzeichen von Gottlosigkeit“ bezeichnete er das „völlige Verschwinden einer humoristischen Literatur“. Man habe das Lachen bei uns gründlich verlernt, dafür pflege man den „wahrhaft tierischen Ernst der Gottlosigkeit“. Die Beiträge und Glossen des Philosophieprofessors Walter Hoeres, der in jeder Ausgabe mit spitzer Feder Kuriositäten und skurrile Ereignisse in der Konzilskirche behandelt, bereiten dem Leser ebenfalls ein besonderes intellektuelles Vergnügen. So liest man zum Beispiel in seinem Aufsatz „Alles fließt – Aufbruch zum gemeinsamen Herrenmahl“ über den kommenden ökumenischen Kirchentag in Berlin, daß längst jene pressure groups das kirchliche Erscheinungsbild beherrschen, „die als Sprecher der neuen ‚ecclesical correctness‘ im Namen aller Guten die versöhnte Verschiedenheit herbeizwingen und sie durch das gemeinsame Herrenmahl krönen wollen“. Das Kunststück „gleichzeitig auf dem Tiger des Zeitgeistes zu reiten und ihn aufhalten zu wollen“, könne jedoch keinesfalls funktionieren. Zudem ist Theologisches eine der wenigen Zeitschriften, in denen sowohl konservative als auch traditionelle Katholiken publizieren. Dies verpflichtet allerdings auch zu der Frage, wo die christliche Religion geblieben ist, ohne die es keine Kirche gibt, und was aus der „una, sancta et apostolica Ecclesia“ geworden ist? Verlag Franz Schmitt. Postfach 1831, 53708 Siegburg. Erscheinungsweise: in der Regel mindestens zweimonatlich, sonst monatlich.

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