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„Eine Gesellschaft, die Kinder tötet, tötet sich selbst“

Mit Kundgebungen und Mahnwachen haben Lebensschützer vergangenes Wochenende in zahlreichen Städten an den vor acht Jahren getroffenen Bundestagsbeschluß zur straffreien Abtreibung erinnert. Das Gesetz läßt die straffreie Tötung eines Ungeborenen innerhalb der ersten zwölf Wochen zu, wenn die Schwangere zuvor eine staatlich anerkannte Konfliktberatungsstelle aufsucht und sich einen Beratungsschein ausstellen läßt. In Nürnberg kritisierte der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, die tausendfache Tötung unschuldiger Kinder sowie die verheerenden Folgen für die Gesellschaft. Viele soziale Probleme, etwa im Rentenbereich, hingen mit einer Mißachtung des Lebensrechts zusammen. „Eine Gesellschaft, die Kinder tötet, tötet sich selbst“, sagte Steeb, der auch Vorsitzender des Treffens Christlicher Lebensrechtsgruppen (TCLG) ist. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes werden jährlich mehr als 130.000 Kinder im Mutterleib abgetrieben. Experten schätzen, daß die tatsächliche Zahl rund 300.000 betrage. Der Schriftführer der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern, Andreas Späth, wies auf die Rosenheimer Erklärung der bayerischen Landessynode von 1991 hin, wonach die Verantwortung für eine Abtreibung bei der Schwangeren liege. Dieses „katastrophale Dokument“ sei bis heute nicht zurückgenommen worden. „Wer sich nicht unzweideutig für das Recht auf Leben einsetzt, braucht sich nicht ernsthaft zu wundern, wenn seine Bedenken bezüglich der Gefahren der Genforschung nicht ganz ernst genommen werden.“ Anschließend berichteten drei Frauen von großen Schuldgefühlen nach Abtreibungen. Nach den Ansprachen zogen mehr als hundert Mitglieder der Nürnberger Arbeitsgemeinschaft Weißer Friede schweigend durch die Innenstadt. Sie führten Kreuze als Mahnung an jährlich etwa 6.000 getötete Kinder allein in Nürnberg mit sich. Die Partei Bibeltreuer Christen (PBC), die in 35 Städten „Mahnwachen für das Lebensrecht der Kinder im Mutterleib“ organisiert hatte, bezeichnete den 29. Juni 1995 als „schwarzen Tag für Deutschland“. Seither würden täglich 1.000 Kinder getötet. Das seien mehr Menschen, als in sechs Wochen Irak-Krieg umkamen. Nach Angaben des PBC-Vorsitzenden, Gerhard Heinzmann, lösten die Aktionen bei vielen Passanten große Betroffenheit aus. Das Ziel, als „mahnendes Gewissen“ zum Nachdenken über den Umgang mit Schwachen und Behinderten aufzurufen, sei vielfach erreicht worden.

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