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Der Götterbote auf Grenzflug

Herausgegeben vom Forschungskreis Alchemie e.V. erscheint Hermes zweimal jährlich, zu Walpurgis und zu Allerseelen. Bereits der Name der kleinen, jeweils etwa 60 Seiten starken Zeitschrift im DIN-A-5-Format, aber auch der des Herausgebers und die Erscheinungsdaten signalisieren, daß es sich um ein publizistisches Projekt aus dem Bereich der Grenzwissenschaften handelt. Als „Seelengeleiter“ ist Hermes, der griechische Götterbote und römische Merkur, eine Symbolfigur für die Alchemie, die vermeintliche Kunst, Gold zu machen und durch den „Stein der Weisen“ Krankheiten zu heilen und das Leben zu verlängern. Allerseelen, der katholische Gedenktag für die Seelen im Fegefeuer am 2. November, und Walpurgis, die Nacht zum 1. Mai, in der nach der Sage die Hexen zum Blocksberg auf dem Brocken im Harz fahren, und gleichzeitig auch das Fest der heiligen Waldburga, deuten auf eigenwillige Weise darauf hin, daß man hier versucht, naturkundliches mit religiösem Wissen zu versöhnen und gemeinsam zu nutzen. 23 Ausgaben der Zeitschrift sind bisher erschienen. In den beiden letzten Heften befassen sich die Autoren unter anderem mit dem „Schwermetallnachweis in Metalltinkturen“, dem „Essig als Lösungsmittel für das Mineralreich“ und den „Planetenkräften in Diagnose und Therapie“. Bei letzterem Text handelt es sich darum, die Selbstheilungskräfte des Menschen, die mit den Naturheilkräften identisch sind, mit den in der Spagyrik sieben unterschiedlichen Arten der (Heil-)Kraft in Verbindung zu setzen. Hierbei kommen dann nicht nur Arzneimittel im engeren Sinne, sondern auch diätetische, physikalische und psychologische Methoden zur Anwendung. In der Rubrik „Herbarium chymicum“ werden weitere Pflanzen charakterisiert. Einige der vorgestellten Pflanzen, wie das als Johanniskraut bekannte Hypericum perforatum, sind jedoch inzwischen in Verruf geraten. So soll die gleichzeitige Einnahme von Johanniskraut mit beispielsweise für HIV-Patienten überlebenswichtigen antiviralen Medikamenten deren Wirkungsweise herabsetzen. Kava-Kava-Präparate, bis vor kurzem noch in Drogerien frei erhältlich, sind inzwischen aus dem Handel genommen worden, weil sie bei mehreren Personen schwere Leberschäden verursacht haben. Die alte indianische Heilpflanze Chaparral, die hier als „hochwirksames Reinigungs- und Schutzmittel, sowohl im physischen als auch im feinstofflichen Bereich“ vorgestellt wird, hat sich bereits Anfang der neunziger Jahre als hochtoxisch herausgestellt, bei einer Reihe von Menschen schwere Leberentzündungen ausgelost, eine Patientin konnte nur durch sofortige Transplantation gerettet werden. In Deutschland ist Chaparall – anders als in den USA – nicht zugelassen, was jedoch nicht ausschließt, daß der Wirkstoff in pflanzlichen Heilkräutern, die in Reformhäusern und Drogerien angeboten werden, verborgen sein könnte. Angesichts der wachsenden Zahl von Berichten über schwere Gesundheitsschäden durch Naturheilmittel wäre eine kritischere Berichterstattung angebracht. Anschrift: Daniel Schanz. Hölzlers 173, 87474 Buchenberg. Einzelpreis: 5 Euro, Jahresabo: 9 Euro.

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