Kirchweyher Wahnwitz

Noch mal zum Fall des von türkischen Schlägern totgetretenen Daniel S. aus Kirchweyhe. Einige Medien haben unter dem Druck der Gegenöffentlichkeit im Internet ihre Sprache wiedergefunden: Es ist die alte! Das Opfer wird durchgängig als „Streitschlichter“ vorgestellt, als sei sein Tod die unglückliche Folge eines aus dem Ruder gelaufenen Streitgesprächs. Wichtiger als die Faktenanalyse ist ihnen die Sorge, die Untat könnte den ominösen „Rechten“ in die Hände spielen.

Bürgermeister Frank Lemmermann (SPD) fiel als Sofortmaßnahme ein, den „Runden Tisch“ beziehungsweise „Präventionsrat gegen rechts und für Integration“ zusammenzurufen. Über den getöteten Daniel wußte er zu sagen: „Nach den Informationen, die ich habe, war er ein guter Junge, er war kein Nazi.“ Lemmermann bestritt das Offensichtliche, die deutschenfeindliche Frontstellung der Schläger: ein seit Jahren bekanntes Tatmuster, das aktuell durch perfide Internetkommentare bestätigt wurde.

Mit dem Gesinnungs-Zertifikat für den Getöteten signalisiert er, daß deutsche Opfer sich jedenfalls rechtfertigen beziehungsweise ihre körperliche Unversehrtheit durch eine anständige politische Haltung erst einmal verdienen müßten.

Duckmäuser- und Mitläufertum

Nicht besser Gemeindepfarrer Holger Tietz, der forderte: „Wir müssen uns die Hände reichen und nicht die Fäuste ballen.“ Er rief dazu auf, in Konflikten Zivilcourage zu zeigen. „Wir müssen alle hingucken.“ Der Gottesmann bot damit dem Totschläger im Namen des Erschlagenen die Versöhnung an. Seine Forderung nach „Hingucken“ und „Zivilcourage“ ist die übliche Umschreibung von Duckmäuser- und Mitläufertum. Selber ist er zu dumm oder zu feige, um Roß und Reiter beim Namen zu nennen.

Nichts kann diese Stützen der Gesellschaft zur Selbstkritik und zum Überdenken ihrer eingeübten Haltung veranlassen. Sie gleichen dem Patriarchen aus Lessings „Nathan der Weise“, der jeden noch so begründeten Einwand monoton und zuverlässig mit der Formel abschmettert: „Tut nichts! Der Jude wird verbrannt!“

Sie sind Träger, aber auch Gefangene einer ideologischen Verblendung, welche dieses Land beherrscht. Ideologien sind ganzheitliche Weltbilder, welche die Realität aus einer einzigen, verengten und verabsolutierten Perspektive erklären. Sie sind harmlos und können sogar zum Erkenntnisgewinn führen, solange sie Zwischenstationen einer jugendlicher Sinnsuche sind. Wenn sie politische Bewegungen ergreifen und sogar die Staatsmacht okkupieren, dann droht Gefahr!

Ein Ethno-Mob zerschlägt sukzessive den Landfrieden

Nehmen wir den Begriff „Integration“. Er besagt, daß ein bestehendes System neue Elemente in sich aufnimmt und diese sich ihm anpassen. Im Gegenzug verändern sie auch das System, das dynamisch reagiert und so seine Stabilität erneuert. Die Dynamik darf allerdings nicht grenzenlos sein. Integration ist ein asymmetrischer Prozeß, in dem das System stets Grenzen zieht, um von anderen Systemen unterscheidbar zu bleiben.

Das heißt, die Regeln der Integration müssen knallhart von der Aufnahmegesellschaft bestimmt werden. Ist sie dazu nicht in der Lage, droht ihr Untergang. Längst findet in Deutschland eine Desintegration statt. Ein Ethno-Mob zerschlägt sukzessive den Landfrieden und führt einen Zustand der Anomie und Furcht herbei. Am Ende könnte ein ganz neues Ordnungssystem stehen, dessen Grundlage faktisch das Faustrecht der physisch stärkeren Zuwanderer bildet.

Kirchweyhe ist ein weiteres Zeichen an der Wand, das Politik und Medien allerdings nur in den Grenzen ihrer Ideologie deuten können. Es ist daher konsequent, wenn sie Daniel S. als Blutzeugen für Multikulti in Beschlag nehmen. Sogar seine Mutter glaubt die Ehre des ermordeten Sohnes am besten mit dem Hinweis zu verteidigen, daß ihre engste Freundin eine Muslima sei. Auch aus der Bevölkerung ist kein Protest gegen die Vereinnahmung des Toten durch den Bürgermeister und den Pfarrer laut geworden.

Kluft zwischen Ideologie und Wirklichkeit

Der indoktrinierte Glaubenssatz, daß das moderne Deutschland der Standort einer transnationalen Menschengemeinschaft zu sein habe, deren potentielle Harmonie durch die Gleichheit aller Menschen verbürgt sei, er wirkt und schüchtert ein. Indem die Wahnidee mit Macht, mit Staatsmacht, in die Wirklichkeit übertragen wird, werden folgerichtig Grausamkeiten wie in Kirchweyhe produziert.

Um den ursächlichen Systemfehler, die Kluft zwischen Ideologie und Wirklichkeit, nicht eingestehen zu müssen, haben die Ideologen den „Rechten“, die „rechte Gesinnung“ beziehungsweise den „Nazi“ als den Teufel eingeführt, der die Harmonie stört und ausgetrieben werden muß. Ein Verfahren, das anhaltenden Erfolg verspricht.

In dem Maße, wie Staat und Zivilgesellschaft von der Ideologie der Post-Nation ergriffen werden, wenden sie sich gegen das eigene Volk: Ein äußerster Fall von politischer Inversion (Umkehrung), vergleichbar mit einer Autoimmunerkrankung, bei der sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper richtet. Noch kennt die Medizin für diesen Fall keine Kausalbehandlung.

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