Bröckelt der Widerstand gegen Pädophilie?

Vergangene Woche veröffentlichte die CDU-Fraktion im Hessischen Landtag eine Broschüre mit dem Titel „Das unangebrachte Schweigen der Grünen“. Die Dokumentation analysiert, wie diese Partei in den 1980er Jahren Pädosexualität nicht nur toleriert, sondern auch begünstigt und unterstützt hat: „Bereits unmittelbar nach ihrer Konstituierung als Partei im Jahre 1980 wurden pädophile Bewegungen und Gruppierungen von den Grünen nicht nur toleriert, sondern ihre Anliegen auch entsprechend gefördert“, so die ersten Sätze.

Das Echo auf das Erscheinen der Broschüre war verblüffend gering. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung widmete ihr eine Kurzmeldung, die Frankfurter Rundschau einen mittellangen Artikel im Regionalteil. Auch im Internet hielten sich die Reaktionen ziemlich in Grenzen.

Die in der Broschüre enthaltenen Informationen sind tatsächlich nicht ganz neu.

Suche nach Rechtfertigung

Doch die Tatsache, daß die CDU – immerhin die größte Partei in Deutschland – eine raschere und vor allem entschlossenere Aufklärung fordert, ist durchaus eine wichtige Nachricht. Die Broschüre der CDU-Fraktion fordert sehr deutlich: „Die Grünen bleiben daher aufgefordert, durch eine objektive und unverzügliche Aufklärung ihre fortwährende Bagatellisierung früherer pädophiler Umtriebe in den eigenen Reihen zu beenden und durch eine Trennung von den Pädophilie-Befürwortern ein klares Zeichen gegen Kindesmißbrauch zu setzen.“

Wie wäre wohl die Reaktion gewesen, wenn es um die pädosexuelle Handlungen katholischer Geistlicher gegangen wäre? Man braucht kaum daran zu erinnern, daß viele Medien eine hysterische Kampagne gegen die Kirche losgetreten haben für Vorfälle, die Jahrzehnte zurück lagen. Die Katholische Kirche ließ keinen Zweifel daran, daß diese Vorfälle kriminell sind und auch der katholischen Lehre widersprechen. Laut biblischer und kirchlicher Verkündigung werden unbußfertige Kinderschänder mit ewiger Verdammnis in der Hölle bestraft.

Im Falle der Grünen ging es jedoch um eine inhaltliche Rechtfertigung und um strafrechtliche Freiräume für Pädosexuelle. Der Natur der Sache nach ist das viel schwerwiegender als das, was in katholischen Einrichtung geschehen ist, weil man die Untaten an sich rechtfertigt und für moralisch zulässig empfindet.

FR tut Broschüre als Wahlkampfmanöver ab

Grüne und SPD spüren wohl, daß man sie nicht „in die Pfanne hauen wird“, wie man das damals mit der Katholischen Kirche getan hat. Die Frankfurter Rundschau berichtete: „Der schmutzige Wahlkampf 2013 à la Hessen-CDU hat begonnen“, sagt der (grüne) parlamentarische Geschäftsführer Mathias Wagner. „Wie immer, wenn es für die Hessen-CDU in Wahlkämpfen eng wird, schreckt sie vor nichts mehr zurück.“ Günter Rudolph (SPD) sucht vergebens nach dem Neuigkeitswert und kommt zu dem Schluß: „Da hat jemand fleißig Zeitungen und Zeitschriften gelesen und eine Zusammenstellung gemacht. Weitere Erkenntnisse sind nicht darin enthalten.“

Für die linksorientierte Frankfurter Rundschau ist die Veröffentlichung allein ein Wahlkampfmanöver. Das mag sein. Dennoch würde man normalerweise erwarten, daß das Thema allgemein und speziell die Veröffentlichung einer entsprechenden Broschüre Munition für viele liefern, die entweder eine Liberalisierung der Pädophilie verhindern oder gegen die Grünen polemisieren wollen. Schließlich sind auch die Grünen nicht gerade zurückhaltend, wenn sie jemanden fertig machen wollen, man denke bloß an die Kampagne gegen Bundestagspräsident Philipp Jenninger.

Wenn der Grund für diese Zurückhaltung das Geflecht politischer Interesse ist, so wäre das äußerst besorgniserregend. Wenn es aus politischer Taktik unvorteilhaft ist, sich mit Gruppen oder Personen, die eng mit Pädosexuellen verquickt waren, anzulegen, so wären die Vorbereitungen für eine Liberalisierung schon sehr vorangeschritten.

Wer sind die „Freunde der Grünen“?

Wer die Geschichte der Christenheit studiert hat, weiß, daß moralische Dekadenz und Christenverfolgung dann geschahen, wenn daraus auch politischer Nutzen geschlagen werden konnte. In der Bibel wimmelt es von solchen Beispielen: Herodes ließ die Neugeborenen Bethlehems töten, weil er als König Konkurrenz durch einen Messias fürchtete.

Das entscheidende Argument für die Kreuzigung Christi seitens Pilatus war die Drohung, er würde ansonsten die Freundschaft des Kaisers verlieren. Die „Freundschaft des Kaisers“ war ein Ehrentitel für Beamte, dessen Entzug die Entlassung bedeutete. Dieser folgte aber eine Flut von Beschuldigungen und Denunziationen, die dem abgesetzten Beamten nur einen Ausweg offenließen: den Selbstmord (Suetons, Augustus 66, in: Gerhard Kroll: Auf den Spuren Jesu)

Unsere Aufgabe ist nun, genau zu beobachten, wer die „Freunde der Grünen sind“, die den politischen Selbstmord fürchten.

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