Die Medienelite knickt ein

Eigentlich hatte ich keine Lust, eine Kolumne über die angenommene Minarettinitiative zu schreiben. Mein Gastgeberland für dieses Ergebnis zu loben, ist schon fast zu einfach. Denjenigen Recht zu geben, die meinen, daß nicht über Minarette, sondern über den Islamismus an sich abgestimmt wurde, ist ebenfalls sehr einfach. Und den Lesern der JUNGEN FREIHEIT die westliche Zuwanderungspolitik zu erklären, ist wie das sprichwörtliche „Eulen nach Athen tragen“.

Aber dann hat es mich doch noch in den Fingern gejuckt. Anfangs hatte ich die Befürchtung, daß die Mehrheitsjournalisten in der Schweiz die Oberhand behalten. Aber die Meinung in der Presse dreht sich seit Montag immer mehr. Zu stark ist das Volk, das sich weder von Politik noch von Presse bevormunden läßt.

Selbst linke Zeitungen wie der Blick beugen sich dem Volk und verlangen Respekt vor der demokratischen Entscheidung. Schließlich wollen sie nicht die Mehrheit ihrer Leser verprellen. Die Medienelite knickt ein. Haben sich vor der Abstimmung noch viele verschämt für das Verbot geäußert, treten immer mehr Menschen aktiv nach außen. Eine ähnliche Entwicklung wie beim „Fall Thilo Sarrazin“ in Deutschland ist auszumachen.

Selbst in Deutschland wächst Widerstand

Schlimm ist das Demokratieverständnis der europäischen Kritiker. Während sie annehmen, im Rest Europas würde das Ergebnis ähnlich wie in der Schweiz ausfallen, sind sie froh über fehlende Abstimmungsmöglichkeiten. Besonders erbärmlich sind solche Aussagen, wenn sie ausgerechnet von staatlich finanzierten und pensionsabgesicherten Berufspolitikern stammen, die sich alle paar Jahre nur über Landeslisten legitimieren müssen.

Positiv ist, daß selbst in Deutschland trotz jahrelanger Indoktrination der Widerstand wächst. Onlineabstimmungen bei Bild, Welt und unzähligen anderen Zeitungen zeigen gigantische Zustimmungsraten für ein Verbot. Bei Kommentaren und Artikeln konnte ich keine einzige große Tageszeitung finden, bei der die Minarettgegner nicht in der Mehrheit waren.

Bleibt zu hoffen, daß andere europäische Länder in ähnlicher Weise aktiv werden, wie das bereits die Niederländer und Österreicher diskutieren. Vielleicht haben die Schweizer den ersten Schritt gemacht, um die Zerstörung des westlichen Abendlandes durch undemokratische Eliten aufzuhalten.

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