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Deutsche Umwelthilfe: Forderung nach Böllerverbot: Toleranz ist der Deutschen Umwelthilfe fern

Deutsche Umwelthilfe: Forderung nach Böllerverbot: Toleranz ist der Deutschen Umwelthilfe fern

Deutsche Umwelthilfe: Forderung nach Böllerverbot: Toleranz ist der Deutschen Umwelthilfe fern

Silvesterfeuerwerk: Die Deutsche Umwelthilfe macht mit ihrer Forderung nach einem Böllerverbot mal wieder auf Spaßbremse
Silvesterfeuerwerk: Die Deutsche Umwelthilfe macht mit ihrer Forderung nach einem Böllerverbot mal wieder auf Spaßbremse
Silvesterfeuerwerk: Die Deutsche Umwelthilfe macht mal wieder auf Spaßbremse Foto: picture alliance / Pressebildagentur ULMER | ULMER Pressebildagentur
Deutsche Umwelthilfe
 

Forderung nach Böllerverbot: Toleranz ist der Deutschen Umwelthilfe fern

Mit dem näher rückenden Jahreswechsel ist die Diskussion um ein Böllerverbot wieder einmal neu entbrannt. Die Debatte gehört in Deutschland inzwischen fast schon so sehr zur gesellschaftlichen Silvester-Tradition, wie Fondue, Raclette und „Dinner for One“ – oder wie einst das alljährliche Bleigießen, dem die EU 2018 ein Ende bereitete. Viele Deutsche hatten das Feuerwerk am Silvesterabend während der Corona-Jahre schmerzlich vermisst. Andere waren froh, der Tradition, die ihnen schon lange ein Dorn im Auge war, unter dem Vorwand der Pandemie endlich den Garaus zu machen.

Nun, da so ziemlich alle außer Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) so langsam erkannt haben, daß das Coronavirus nicht die gesamte Bevölkerung ins Grab bringen wird, zieht das Argument aber nicht mehr. In Wahrheit war es nie eines. Für die Feuerwerksgegner ist das aber noch lange kein Grund, ihre Mitbürger wieder zur alten Normalität zurückkehren zu lassen.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) sieht viel mehr die Zeit dafür gekommen, Silvester-Knallerei „ein für alle Mal“ zu verbieten. Das machte der eingetragene Verein der deutschen Spaßbremsen jetzt mit einem offiziellen Appell an Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) deutlich. Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland erklärte DUH-Chef Jürgen Resch jüngst: „Wir fordern die Bundesregierung auf, dieser Forderung nachzukommen und diese archaische Schwarzpulverböllerei bereits für dieses Jahr ein für alle Mal zu beenden“.

Auch Lauterbach fordert persönliche Einschränkungen

Der Umweltschützer und Fremdlebensplaner ärgert sich schon lange über die „sinnlosen Knallerei“, die vielen Menschen so viel Freude bereitet. Reschs Organisation hatte bereits im vergangenen Jahr eine halbe Million Unterschriften für ein Böllerverbot gesammelt und an die Innenministerin übergeben. Ein klassischer Fall von: Was zum Schutz vor einem vermeintlich gefährlichen Virus richtig ist, kann zur Rettung der Welt nur recht und billig sein. Ganz im Sinne von Bundesbevormundungsminister Lauterbach.

Der regte bereits im Dezember 2020 in der Welt an: Maßnahmen zur Bewältigung des Klimawandels, die analog zu den Einschränkungen der persönlichen Freiheit in der Pandemie-Bekämpfung“ liegen, einzusetzen. Ins gleiche Horn bläst auch Resch, wenn er sagt: „Durch wenige und einfache Änderungen der Sprengstoffverordnung kann Bundesinnenministerin Faeser umweltschädlichem Feuerwerk schnell ein Ende setzen“.

Lichtershows sind angesichts der Strompreise keine Option

Was der DUH-Chef offenbar nicht zu wissen scheint, ist, daß Faeser das eben nicht kann. Wie ein Sprecher des Innenministeriums auf Anfrage mitteilte, liegt die Entscheidung über ein Böllerverbot zu Silvester bei den Städten und Landkreisen.  Der Regulierungsfetischist von der Deutschen Umwelthilfe kann sich aber immerhin, wie er sagt, über „eine wachsende Mehrheit der Deutschen“ freuen, die für ein Böllerverbot plädiert. Eine aktuelle Umfrage scheint ihm recht zu geben.

Bei der Erhebung des Instituts Insa Consulere im Auftrag der Verbraucherzentrale Brandenburg sprachen sich 53 Prozent der Befragten für ein Verbot, nur 39 Prozent dagegen aus. Einmal mehr zeigt sich: Nichts schweißt das Heer der Spießer fester zusammen, als die Aussicht darauf, anderen Leuten den Spaß an der Freude verbieten zu können. Wobei Resch selbst gar nicht so sein will. Als Alternativen zum traditionellen Feuerwerk schlägt er den unverbesserlichen Silvesterparty-Liebhabern „kreative Licht- und Lasershows“ vor.

Dabei rufen gerade seine Umweltschützer-Kollegen regelmäßig dazu auf, für den Klimaschutz öfter mal das Licht auszuschalten. Angesichts der aktuellen Strompreise werden sich die Deutschen aber wohl ohnehin nicht auf diesen Kompromiß einlassen. Was von der Debatte wohl auch über den kommenden Jahreswechsel hinaus bleiben wird, ist der Mangel an Toleranz in ihrem eigentlichen Wortsinne. Die Vorstellung, etwas nicht zu mögen – und es dennoch aushalten zu können, scheint vielen so fern zu sein, wie die Raketen am silvesterabendlichen Nachthimmel.

Silvesterfeuerwerk: Die Deutsche Umwelthilfe macht mal wieder auf Spaßbremse Foto: picture alliance / Pressebildagentur ULMER | ULMER Pressebildagentur
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