Eintracht-Präsident wettert gegen AfD

Zwietracht Frankfurt und die Gesinnungsschnüffler

So ein Fußball-Vereinspräsident hat schon eine Menge um die Ohren. Abstiegssorgen plagen die Eintracht Frankfurt, die in dieser Saison die Winterpause mal in der oberen Tabellenhälfte der ersten Bundesliga verbringt, derzeit gerade weniger. Da kann sich Präsident Peter Fischer ganz darauf konzentrieren, sich bei den Mächtigen im Lande und dem herrschenden Zeitgeist ordentlich einzuschleimen.

Er werde den Mitglieder klarmachen, „daß es sich mit unserer Satzung nicht verträgt, AfD zu wählen. Es kann niemand bei uns Mitglied sein, der diese Partei wählt, in der es rassistische und menschenverachtende Tendenzen gibt“, warf Fischer sich jetzt gegen Ende eines Interviews mit der Rhein-Main-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen in Pose. Und inszeniert sich nebenbei auch noch als Widerstandskämpfer: In der NS-Zeit sei sein Klub ja auch „gegen Antisemiten“ gewesen.

Problem mit demokratischen Spielregeln

Hätte er mal lieber geschwiegen, der arme Tropf, statt sich derart als geistloser Opportunist zu entlarven, der seine politischen Weisheiten offenbar auf Antifa-Seiten zusammengoogelt oder einfach nur vorgefertigte grünbuntlinke Parolen nachplappert und das mit „Haltung“ verwechselt.

Daß seine schiefen Nazi-Vergleiche nicht nur infam sind, sondern auch die NS-Diktatur verharmlosen, geschenkt. Daß der Eintracht-Präsident allen Ernstes behauptet, AfD-Wähler könnten in seinem Klub nicht Mitglied sein, verrät dagegen, daß er selbst ein handfestes Problem mit demokratischen Spielregeln hat.

Mitgliederlisten säubern?

Will er jetzt die Mitgliederlisten säubern? Und wie will er überhaupt überprüfen, wer welche Partei bevorzugt? Sollen die Mitglieder jetzt eidesstattliche Versicherungen vorlegen, daß sie nicht „falsch“ gewählt haben, oder dem Aufnahmeantrag ein Foto ihres letzten Stimmzettels beilegen? Beides übrigens nicht nur absurd, sondern auch glatt rechtswidrig.

„Sie haben nicht begriffen, daß es in der Bundesrepublik Deutschland freie und geheime Wahlen gibt“, hält die Ex-CDU-Bundestagsabgeordnete und bekennende Eintracht-Anhängerin und AfD-Wählerin Erika Steinbach dem Vereinsboß in einem offenen Brief vor. Wenn die Stimmabgabe für eine bestimmte Partei tatsächlich nicht mit der Vereinssatzung vereinbar sein soll, muß die Eintracht entweder ihre Satzung dringend überprüfen oder das Oberstübchen ihres Präsidenten.

In den Aussagen steckt totalitäres Denken

„Sport muß politisch sein“, behauptet der im Interview auch noch. Darin steckt in der Tat totalitäres Denken: Die Vorstellung einer durchformierten und gleichgeschalteten Gesellschaft, mit einflußreichen Massenorganisationen als Transmissionsriemen der einzig zulässigen Ideologie.

Daß der Deutsche Fußballbund als einflußreichster deutscher Sportverband sich zunehmend genau so verhält, daß seine Funktionäre den organisierten Sport und seine Großereignisse mit allerlei Kampagnen und verordnetem Sprücheaufsagen immer penetranter zur „Brot und Spiele“-Werbeabteilung für die Multikulti-, Vielfalts- und Antirassismus-Ideologie umgestalten, sollte allerdings zu denken geben.

Sport darf gerade nicht politisch sein

Offenkundig sind die Fußballbosse überzeugt, daß das von ihnen erwartet wird und daß sie besser mittun, damit sie weiter mit dem Segen der Politik gute Geschäfte machen können und die Fernseh- und Sponsorengelder weiter reichlich fließen. Die Entgleisung von Eintracht-Präsident Fischer wäre dann gerade kein einsamer Ausrutscher eines überforderten Funktionärs, der sich aufs politische Parkett verirrt hat, sondern Symptom einer verqueren Mentalität, die in den Chefetagen des öffentlichkeitswirksamen Massensports schon länger die Vorherrschaft übernommen hat.

Nein, Sport muß und darf gerade nicht politisch sein. Die Politisierung ruiniert den Sport und raubt ihm die Kraft, Menschen und Völker zu verbinden. Wenn es eine „gesellschaftliche Fehlentwicklung“ gibt, gegen die ein Vereinspräsident dringend „seine Stimme erheben“ sollte: Da ist sie. Und jetzt geht’s raus und spielt’s Fußball.

Der Präsident von Eintracht Frankfurt, Peter Fischer: Die Augen vor der Realität verschlossen Foto: picture alliance / dpa

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