Vorhang auf für Kaisers Wochenrückblick Foto: picture alliance/imageBROKER / JF-Montage
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Lauterbach, Lady Bitch Ray und das Berghain
 

Kaisers royaler Wochenrückblick

Selten zuvor sind die Grenzen zwischen Realität und Satire mehr verschwommen wie derzeit. Da paßt die Meldung, daß der Seuchenpolitiker und gefühlte Witze-Kanzler der Republik, Karl Lauterbach (SPD), eine eigene Comedy-Show auf Amazon Prime Video bekommt, wie die Faust aufs Auge. Die Bild-Zeitung berichtete am Freitag über den lukrativen Vertrag, den der dauertwitternde Dr. Panik mit dem US-Streamingdienst unterschrieben hat.

Für die Sendung „One Mic Stand“ läßt Amazon mehrere Prominente von bekannten Berufs-Comedians zum Komiker ausbilden. Im Falle von Lauterbach kommt die professionelle Hilfe, die man sich für den Ober-Hysteriker der SPD schon lange wünscht, direkt aus der staatlichen Flachwitz-Fabrik der ZDF „heute-show“. Auch das könnte passender kaum sein.

Die Ausstrahlung des Unterhaltungsexperiments ist für Frühjahr 2022 geplant. Bis dahin wird der von vielen immer noch als „Corona-Experte“ mißverstandene SPD-Politiker sicherlich noch sehr viele unfreiwillig komische Auftritte im deutschen Fernsehen hinlegen. Gerade erst kürzlich durfte sich Lauterbach wieder einmal in der Polit-Talk-Show von Sandra Maischberger so richtig bis auf die Knochen blamieren. Dort verteidigte der sonst so strenge Professor aus Düren allen Ernstes das zum Symbolbild für die Zweiklassen-Krise gewordene Gruppenfoto der SPD nach der Bundestagswahl.

Seltsame Maskensucht

In der ARD-Sendung stellte der Politiker einen neuen Rekord der Heuchelei auf. In gerade mal einer Minute und 39 Sekunden ließ sich der Politiker, dem der Wegfall der Maskenpflicht in Schulen, volle Fußballstadien und so ziemlich jede andere Lockerung der Corona-Maßnahmen für den Normalbürger noch immer ein Dorn im Auge sind, gleich mehrfach der Lüge überführen, um sich dann auch noch zu der für ihn völlig untypischen Aussage hinreißen zu lassen, sein Gemeinschaftsfoto mit den unmaskierten Genossen wäre überhaupt kein Problem gewesen, wenn er und seine Kollegen es im Freien aufgenommen hätten.

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Der Amazon-Prime-Clown ist mit seiner irrwitzigen Doppelmoral in Sachen Covid in bester Gesellschaft. Die Autorin und Rapperin, Reyhan Şahin, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen, Lady Bitch Ray, äußerte auf ihrem Twitter-Account in dieser Woche einen besonderen Wunsch: „Ich finde, die MNS-Maske darf für öffentliche Orte, wo viele Menschen zusammenkommen, nie abgeschafft werden“, schrieb die Interpretin von so vielsagenden Songs wie „Du bist krank“, „Suck It“ oder „Deutsche Schwänze“ in einem in Anbetracht ihrer Person geradezu surreal wirkenden Tweet, und erklärte ihre Haltung mit einem persönlichen Erlebnis auf einer Bahnfahrt. „Im Zug gestern war jemand ersichtlich erkältet und hat gehüstelt und geschnaubt und wir um ihn herum waren alle durch Maske  (+Sicherheitsabstand) gut geschützt.“

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Für alle, die sich nicht mehr daran erinnern – oder damals noch zu jung waren, um sich erinnern zu können –, sei erwähnt: Lady Bitch Ray war jene charmante, damals selbst noch junge Dame, die Oliver Pocher einst in dessen gemeinsamer Show mit Harald Schmidt ein Döschen mit „zwei Sonntagsproduktionen“ ihres „Fotzen-Sekrets“ als Geschenk überreichte. „Zeiten ändern Dich“, würde ihr Berliner Rap-Kollege Bushido an dieser Stelle wohl sagen.

Die neue Lady Bitch Ray dürfte jedenfalls ein gern gesehener Gast in der wiedereröffneten Berliner Kult-Disko Berghain sein. Denn auch dort hat sich mit Corona einiges verändert. Was so harmlose Krankheiten wie Aids, Tripper, Hepatitis oder die Krätze nicht geschafft haben, hat das vermeintliche neue Killer-Virus locker hinbekommen.

Vettel für Tempolimit

Die Betreiber des für seine Darkrooms und exzessiven Drogenpartys international berühmt und berüchtigt gewordenen Clubs haben ihr Gesundheitsbewußtsein und ihre vermeintliche Verantwortung für die Gesundheit ihrer Gäste entdeckt. Einlaß gibt es an der harten Tür nur noch für Feiernde, die mittels Corona-App eine Impfung oder eine Genesung nachweisen können. So viel Obrigkeitstreue beim gemeinsamen Eskalieren auf harten Drogen dürfte es seit dem Speed-Krieg der Nazis nicht mehr gegeben haben.

Apropos Speed: Auch das Tempolimit hat jetzt Unterstützung aus eher überraschender Richtung erhalten. Ausgerechnet Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel wünscht sich die allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Straßen. Diese sei für ihn ein „No-Brainer“, sagt er. Eine Einschränkung der Freiheit sieht der Berufsrennfahrer darin nicht.

„Ich fühle mich ja nicht plötzlich unfrei, wenn ich in andere Länder wie die Türkei, die USA oder Großbritannien reise und dort fahre. Es handelt sich nicht um eine Freiheit, sondern nur um etwas, an das sich Menschen gewöhnt haben“, so Vettel. Damit bestätigt der bekennende Grünen-Wähler zumindest eins: In Zeiten der linksgrünen Ideologie sollte man sich als Deutscher besser an gar nichts mehr gewöhnen. Schon gar nicht an irgendetwas, was man als Freiheit empfindet.

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