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Plenarsaal im Bundestag Foto: picture alliance/Christoph Soeder/dpa

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FDP will nicht mehr neben AfD sitzen

BERLIN. Vier Jahre nach dem Ersteinzug der AfD in den Bundestag hofft die FDP, in der kommenden Legislaturperiode nicht mehr neben der aus ihrer Sicht ungeliebten Partei sitzen zu müssen. Durch die Verhandlung mit SPD und Grünen wächst bei den Liberalen offenbar die Hoffnung, im künftigen Bundestag mit ihren Sitzen weiter nach links in die Mitte rutschen zu können und die Nachbarschaft zur AfD an die Unionsbänke abzugeben, berichtet die Bild-Zeitung unter Berufung auf SPD-Kreise.

„Der Wunsch der FDP ist bei uns bereits angekommen“, zitiert sie eine Stimme aus der SPD-Fraktion. Man habe sich dazu aber noch keine Meinung gebildet.

Union will Sitzordnung nicht ändern

In der Union dagegen lehnt man das Bäumchen-Wechsel-Dich-Spielchen ab. „Die jetzige Sitzordnung ist die traditionelle und sie hat sich bewährt“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Michael Grosse-Brömer (CDU), der Nachrichtenagentur Reuters. „Diese sollte beibehalten werden.“

Derzeit befinden sich die Sitze der AfD von der Regierungsbank aus gesehen am rechten Rand des Plenarsaals. Dann folgen die Fraktionen von FDP, CDU/CSU, Grünen, SPD und Linkspartei.

Bereits 2017 hatte die FDP versucht, weiter in die Mitte zur rücken, um nicht neben der AfD sitzen zu müssen. Schon damals machten sämtliche Fraktionen aus ihrer Abneigung gegen den Parlamentsneuling kein Geheimnis. Die Liberalen scheiterten jedoch mit ihrem Platzwunsch. Nun hoffen sie, mit dem Stimmen von Grünen und SPD eine Mehrheit für ihr Ansinnen zu bekommen.

Sollten sich die Fraktionen nicht auf eine Sitzordnung einigen können, wird vermutlich der Bundestagspräsident über die Frage der Platzwahl entscheiden. (krk)

Plenarsaal im Bundestag Foto: picture alliance/Christoph Soeder/dpa
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