Der Autor Malcom Ohanwe sticht mit seiner Doppelmoral heraus Foto: wikimedia.org / Jan Zappner / re:publica from Germany / CC BY-SA 2.0
Der Autor Malcom Ohanwe sticht mit seiner Doppelmoral heraus (Archivbild) Foto: wikimedia.org / Jan Zappner / re:publica from Germany / CC BY-SA 2.0

Klage über Rassismus und Lob für Diktator
 

König Doppelmoral regiert

Kennen Sie Malcolm Ohanwe? Falls Sie nicht oder nur wenig in den sozialen Netzwerken unterwegs sind, könnten Sie mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit das Glück gehabt haben, bisher um diese Person herumgekommen zu sein. Dieses unschuldige Glück muß hier heute leider zerstört werden.

Ohanwe ist deutsch/arabisch/afrikanischer Moderator, Podcaster und sozusagen staatlich geförderter Twitter-Troll. Auch wenn Sie noch nie zuvor etwas von ihm gehört oder gesehen haben mögen, für seine Dienste bezahlt haben werden Sie ihn sicherlich schon. Der 27jährige Hipster verdingt sich regelmäßig als Journalist der Kategorie „Ich berichte in gutbezahlten Medienstücken über meine angebliche Diskriminierung für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk“. Unter anderem für den Bayrischen Rundfunk und dessen „Bildungskanal“ ARD-alpha, sowie das SWR-Jugendradio „Dasding“ und als Autor beziehungsweise „Experte“ für die Deutsche Welle und den Deutschlandfunk Kultur. Seine Themen: Polizeigewalt, queere Muslime, toxische Männlichkeit und immer wieder Rassismus.

Rassisten sind für den Sohn eines nigerianischen Barbiers vorzugsweise die anderen, die Weißen. Vor allem natürlich: die Deutschen. Insbesondere auf Twitter ist er quasi im Dauervorwurfsmodus. Dabei macht er auch nicht vor den eigenen Kollegen halt, wenn es sich bei diesen um alte, weiße Männer handelt.

Migranten klagen über Frage nach der Herkunft

Im Sommer dieses Jahres twitterte ein sichtlich emotionalisierter Malcolm Ohanwe: „Bin beruflich auf der Demo, um für ARD Alpha zu schalten und ein älterer weißer deutscher Kollege vom Bayerischen Rundfunk fragt mich: ‘Do you live here? Do you speak German?’ und will mich für eine Umfrage abfilmen… Muß jetzt in 15 Minuten live gehen und bin jetzt kraß aufgewühlt.“

 Im Vergangenen Jahr trug ein von ihm geteilter, mehrere Monate alter Clip aus der RTL-Show „Das Supertalent“, in dem Dieter Bohlen ein asiatisch-stämmiges kleines Mädchen mehrmals die Frage stellte, wo es denn (ursprünglich) herkomme, zu einer der albernsten Netz-Debatten der jüngsten Vergangenheit bei. Unter dem Hashtag „Von hier“ ließen sich Nutzer über Wochen und Monate über vermeintlich verletzende Fragen an Deutsche mit Migrationshintergrund aus.

Der Medienmacher, der zusammen mit dem Journalisten Marcel Nadeem Aburakia und unter der Selbstbeschreibung „2 Journos & Halb-Palis“ einen Podcast mit dem Titel „Kanackische Welle“ betreibt, ist also sehr empfindlich, wenn Biodeutsche ihn oder andere Einwandererkinder auf ihre Herkunft ansprechen.

Der „smarte Held“ offenbart eine Bildungslücke

Aber nicht immer ist der hier so hypersensible Träger des „Smart Hero Award“ so zimperlich. So sorgte er jüngst selbst für ziemliche Empörung; und das sogar in den eigenen Reihen. Er kommentierte eine Fotozusammenstellung, in der Weiße vor dem ugandischen Diktator und Menschenschlächter Idi Amin niederknien, mit den vielsagenden Worten: „Mein feuchter Traum“.

Dieser Tweet von Malcom Ohanwe schoß dann auch in seinem Umfeld übers Ziel hinaus Foto: Screenshot Twitter
Dieser Tweet von Malcom Ohanwe schoß dann auch in seinem Umfeld übers Ziel hinaus Foto: Screenshot Twitter

Nachdem ihm klar wurde, daß das selbst in seiner „Community“ zu viel war, ruderte Ohanwe zurück. Zumindest irgendwie. Der „smarte Held“ im öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrag behauptete, er habe den Massenmörder und Holocaust-Bewunderer Idi Amin zuvor nicht gegoogelt und deshalb auch nicht gekannt.

Eine Bildungslücke, die zumindest sein einseitiges Geschichtsbild vom weißen Mann als Synonym für alles historisch Böse erklären würde. Wenig später machte Mr. „Ich hatte einen feuchten Traum“ dann das Paddel, mit dem er eben noch zurückruderte, wieder zur Moralkeule. Zwar gestand er ein, er „habe einen Fehler gemacht und einen Post geteilt, wo ein Massenmörder und Hitler-Fan zelebriert wird“, und daß das „nicht in Ordnung“, sei.

Dazu sprang er sogar über den gewaltigen Schatten, den er offenkundig hat: „Wer sich über diesen Fehler aufrichtig aufregt, dessen Kritik ist valide“. Kurz davor war er noch in dem ihm so viel vertrauteren Modus des mit Vorwürfen um sich werfenden Profi-Opfers. „Also Satire darf nur gegen Gays, Schwarze, Juden, Muslims, Asians, Frauen gehen. Dann ist‘s ‘Kunstfreiheit’. Aber wenn es weiße Menners trifft, dann kommt die ‘Rassismus-Keule’ und Cancel-Aufrufe. Nazis sind so dumm.“ Das kann aber zumindest als verdammt gute Realsatire gelesen werden.

Weiße sollen Weiße verpetzen

Von Cancel Culture und dem Verpetzen anderer hat sein Verfasser schließlich richtig Ahnung. Rief er auf Twitter und sicherheitshalber auch gleich noch als Autor im Spiegel vor gerade mal einem halben Jahr doch noch zum „Kritischen Weißsein“ auf und verriet damals auch gleich schon, was darunter zu verstehen sei. „Es ist wichtig, daß jetzt weiße Leute menschenfeindliche White Power-Strukturen und alltägliche Rassismen als Mitschuldige anklagen. Kritisiert fortan das Verhalten weißer Menschen als eine Art Whistleblower. Verpetzt euch und die anderen Weißen!“

Der konservative Journalist Jan Fleischhauer zeigte sich ganz im Geiste der Weihnachtszeit nun von seiner christlich versöhnlichen Seite und ließ gegenüber Ohanwe Gnade walten. „Manchmal geht auf Twitter ein Witz daneben. Oder man postet etwas, das witzig gemeint war, und dann doch nicht so witzig ist. Oder man hat mal nicht aufgepaßt. Wenn wir alle etwas gelassener wären, dann wäre auch schon was gewonnen“, sprang er dem radikalen linken Kollegen in fast schon friedensfürstlicher Manier zur Seite.

Das ist wirklich großzügig und weit mehr Verständnis, als es Ohanwe zum Beispiel Julian Reichelt entgegenbrachte, als dieser es wagte den, von ihm als beleidigend empfundene Anti-Medienpreis „die Goldene Kartoffel“ abzulehnen.

 Bei jedem anderen sollte man das tatsächlich tun. Also wie Fleischhauer, nicht wie Ohanwe. Aber nicht bei König Doppelmoral persönlich. Andererseits: Vielleicht ist dieser tatsächlich schon genug gestraft. Muß er doch noch warten, bis es endlich den von ihm schon lange herbeigesehnten „Hollywood-Blockbuster zur haitianischen Revolution“ gibt. Sie wissen schon; das war die „wo die schwarze Bevölkerung ihre weißen französischen Kolonialherren triumphal niedergezwungen haben“. (sic)

 Bis zu seinem nächsten öffentlichen Griff ins Klo dürfte es dagegen deutlich weniger lange dauern.

Der Autor Malcom Ohanwe sticht mit seiner Doppelmoral heraus (Archivbild) Foto: wikimedia.org / Jan Zappner / re:publica from Germany / CC BY-SA 2.0
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