Vorhang auf für Kaisers Wochenrückblick Foto: picture alliance/imageBROKER / JF-Montage
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Leberkäse, Einzelhandel und Finanzpolitik

Kaisers royaler Wochenrückblick

Die Zahl der Corona-Verschwörungstheoretiker wächst von Tag zu Tag. Das ist zumindest der Eindruck, den man gewinnen könnte, wenn man die Berichterstattung der großen Leitmedien über die Proteste gegen die aktuellen Grundrechtseinschränkungen verfolgt. Den Stempel mit dem V-Wort bekommt man als Regierungskritiker in Zeiten der epidemischen Obrigkeitshörigkeit schneller als man „COVID-19“ sagen kann. Um von öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten als verwirrter Hetzer dargestellt zu werden, genügt es eigentlich völlig, wenn man deren eigene, alte Beiträge verbreitet. Sei es aus der Zeit, als jeder der vor den Gefahren durch das Corona-Virus gewarnt hat, noch allenfalls zu einem Witz in der „heute show“ getaugt hat oder aus den Jahren als zum Beispiel Arte und der Deutschlandfunk tatsächlich selbst noch kritische Beiträge über die Weltgesundheitsorganisation WHO und den undemokratischen Einfuß von privaten Investoren wie Bill Gates auf die WHO gebracht haben.

Was der breiten Front der Merkel-Getreuen aktuell die größte Sorge bereitet ist, daß sich zu den Verschwörungstheoretikern immer mehr beliebte Prominente und Popstars gesellen. Die Reaktionen, die diese oppositionellen Berühmtheiten auf der derzeit wohl längsten Regierungsbank der Welt auslösen, gehen von wüsten Beleidigungen, über Boykottaufrufe, bis hin zur Forderung von Auftrittsverboten. Dieser Hang zum nicht aushalten können, teils auch sehr kruder Ideen, sollte einem zu denken geben. Denn: Völlig egal, was man von Leuten wie Xavier Naidoo oder dem Rapper Sido hält, wenn jetzt auch schon Künstler nicht mal mehr spleenig sein dürfen, wird es langsam echt eng für den Kreativ-Standort Deutschland.

Verschwörungstheoretiker vermuten baldige Steuererhöhung

Als Verschwörungstheoretiker könnte man aktuell auch gelten, wenn man öffentlich behautet, die Bundesregierung würde, wegen der volkswirtschaftlichen Schäden durch den Lockdown, bald massiv die Steuern erhöhen. Schließlich hat die Kanzlerin doch diese Woche, trotz eines riesigen Steuerlochs, wörtlich versichert: „Stand heute sind keinerlei Erhöhung von Steuern und Abgaben geplant.“ Die Leute derartig mit Ansage auf den Arm zu nehmen, ist, zumindest Normalbürgern, eigentlich nur am 1. April erlaubt.

Noch mehr offene Volksverachtung hat sich in dieser Woche nur noch SPD-Chefin, Saskia Esken, gestattet. Einem Twitternutzer, der es gewagt hatte sich, als Angestellter im Einzelhandel und Steuerzahler, für eine Rechtfertigung von Politikergehältern zu interessieren, entgegnete die bekennende Parteilinke: „Und ich zahle daraus nicht nur Steuern, ich kaufe davon auch jeden Tag ein. Wer finanziert jetzt wen?“ So tröstlich es vielleicht für den ein oder anderen sein mag, daß nicht nur die AfD immer wieder die ein oder andere problematische Führungsersonalie hat, ist so viel elitär-sozialistischer Klassenkampf von oben doch nicht nur erschreckend, sondern, in seiner offen vorgetragenen dekadenten Arroganz, fast schon demokratiegefährdend.

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Klassenkampf, jetzt aber richtig

Wie Klassenkampf richtig geht, kann Esken von ihrem Genossen, Karl Lauterbach, lernen. Der hat sich dieser Tage als investigativer Journalist versucht und dabei einen Skandal von schier unvorstellbarer Tragweite aufgedeckt: Die CSU hat offenbar die Macht in der wiedereröffneten Bundestagskantine übernommen! Während sich die Abgeordneten der vermeintlich so sozialen, christlichen Union aus Bayern, bis zu zwei (!) bibeldicke Leberkäsescheiben auf den Teller wuchten, muß ein armer Sozialdemokrat wie Lauterbach sich mit ein paar Bananen und Nüssen begnügen. Dies enthüllte der fuchsteufelswilde Fliegenträger am Donnerstag auf Twitter und lieferte den passenden Fotobeweis gleich mit.

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Wer sich immer schon gefragt hat, warum der SPD-Gesundheitsexperte immer so hager und abgemergelt daherkommt, hat jetzt endlich seine Antwort. Die CSU lässt den bedauernswerten Mann an der langen Kantinentheke im Bundestag verhungern. Einfach geschmacklos.

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