Mordtat vom Frankfurter Hauptbahnhof

Grenzenloser Zynismus

In den sozialen Netzwerken zeigen sich dieser Tage ob der Greueltat eines Eritreers im Frankfurter Hauptbahnhof auch viele entsetzt, die zu Ausländergewalt bislang immer lieber geschwiegen haben. Wenn eine Mutter mit ihrem achtjährigen Sohn ohne jeden erkennbaren Anlaß vor einen einfahrenden Zug gestoßen wird und das Kind dabei stirbt, ist dann offenbar doch auch für einige der intensivsten Anhänger der urbanen Spaßgesellschaft ein Punkt erreicht, an dem sie die Probleme, die die vielgepriesene Willkommenskultur mit sich bringt, nicht mehr ignorieren können. Dies gilt freilich nur für Amateure. Die professionellen Anhänger der egalitären Nichts-hat-mit-nichts-zu-tun-Philosophie bleiben selbstverständlich weiterhin „open minded“.

Der Twitter-Nutzer Antreh, laut eigenen Angaben Comedy-Autor beim Neo Magazin Royale, schreibt ganz ernst gemeint: „Wenn eine Frau und ihr Kind vor einen fahrenden Zug gestoßen werden und das erste, was du tust, ist zu fragen, welche Nationalität der Täter hat, dann bist du auch leider auch nur ein empathieloses Arschloch.“

Philanthropisch maskierte Feindseligkeit

Der Tweet wurde über 2.000mal geteilt und hat inzwischen fast 15.000 Likes. Zumindest auf Twitter scheint die professionelle Ignoranz im Sinne der allen Realitäten übergeordneten Toleranz noch immer weit über das Spektrum der Berufsidioten hinauszugehen und auch beim Laien sehr verbreitet zu sein.

Doch auch beim wohl inzwischen linkesten aller sozialen Netzwerke hat diese nur stümperhaft philanthropisch maskierte Feindseligkeit gegenüber jeder echten und allumfassenden Problemanalyse vielen nicht gefallen. Manch einem Nutzer waren die tweet-gewordenen drei Affen der Willkommenskultur angesichts des grausamen Verbrechens des afrikanischen Einwanderers offenbar so zuwider, daß er bei Twitter eine Löschung des Posts beantragte. Dieser Antrag wurde natürlich abgelehnt. Den gescheiterten Versuch kommentierte der Autor und YouTuber mit einem süffisanten „süß“. Schön, wenn sich jemand nicht die gute Laune verderben läßt

Grünen-Politiker Benedikt Lux zeigte da schon mehr Problembewußtsein. Der Parlamentarier im Berliner Abgeordnetenhaus twitterte zu den jüngsten Gewalttaten an deutschen Bahnhöfen: „Wie schrecklich. Der zweite Todesfall in einer Woche. Es muß geprüft werden, ob Züge nicht grundsätzlich mit Schrittgeschwindigkeit in Bahnhöfe einfahren sollten.“ So schnell wird aus einem grausamen Gewaltverbrechen ein bedauerlicher Unfall. Man merkt, daß der Berliner, der seinen Zivildienst im Anti-Diskriminierungsbüro Berlin e. V. ableistete, gelernter Jurist ist. Heute arbeitet er als Politiker – als Anwalt für kriminelle Ausländer.

Grünen-Politikerin gibt Opfern indirekt die Schuld

Ins gleiche Horn stieß auch seine grüne Parteifreundin und ehemalige Bundestagsabgeordnete Valerie Wilms. Nur, daß sie sogar noch einen Schritt weiterging und indirekt die Opfer selbst verantwortlich machte. Allen künftigen Bahnfahrern gab sie den Rat mit auf den Weg, doch ganz einfach einen gesunden Abstand zu den Gleisen zu halten. Was in diesem Fall vermutlich deutlich mehr als „eine Armlänge“ bedeutet.

„Wenn sich alle an die Regeln halten“ würden, wäre dies, „für eine sichere Benutzung der Bahnsteige“, völlig ausreichend, sagte sie. „Wie im Straßenverkehr muß auch im Bahnverkehr die notwendige Sorgfalt bei der Benutzung der Bahneinrichtungen an den Tag gelegt werden. Dazu gehört auch, sich nicht in den Gleisbereich zu begeben. Dies funktioniert in aller Regel, denn wir haben von klein auf gelernt, mit den Gefahren im Verkehr umzugehen“, belehrte die Grüne alle potentiellen und tatsächlichen Opfer.

Die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, Anke Rehlinger (SPD), wurde wiederum philosophisch: Solche Taten seien nicht zu verhindern, denn sie offenbarten „keine Sicherheitslücke, sondern eine Menschlichkeitslücke“. So weit, daß man viele dieser „Menschlichkeitslücken“ schließen könnte, indem man die Außengrenzen und die Lücken im Ausländerrecht endlich schließt, konnte sie als moderne Sozialdemokratin natürlich nicht denken. Die Erkenntnis ist bitter: So sehr die Geduld und Gutmütigkeit der Normalbevölkerung mit der Schreckenstat von Frankfurt auch ihre Grenzen erreicht haben mag, der Zynismus derer, die Masseneinwanderung und Multikulti zum wichtigsten Teil ihrer politischen Agenda gemacht haben, ist ganz offensichtlich völlig grenzenlos.

Am Tag nach der Mordtat: Blumen am Frankfurter Hauptbahnhof Foto: picture alliance / AP Photo

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