Klima-Proteste

Die Guten werden immer radikaler

Das Gute klingt so böse, so harsch, so verbittert in diesen Tagen. Greta Thunberg spricht mit brüchiger und anklagender Stimme vom „nie vergeben“, Herbert Grönemeyer schreit, es läge an ihm und den Seinen, den Andersdenkenden zu „diktieren“, wie die Gesellschaft zu funktionieren habe und YouTuber wollen alles und jeden, der nicht in ihr Weltbild paßt, wortgewaltig „zerstören“. Journalisten loben diese „klaren Worte“, berichten unkritisch bis bewundernd über „Fridays for Future“ und jede Demo gegen Rechts, bedanken sich mitunter sogar bei der linksextremen Antifa für ihren Einsatz gegen „die Nazis“.

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, denkt sich da so mancher, der keine öffentliche Bühne, kein Forum hat, wo er sein Gutsein stolz präsentieren könnte und geht den nächsten Schritt im Kampf gegen das Böse, er schreitet zur Tat. Brennende Autos als Zeichen gegen Klimasünder und Umwelt-Verpester, Sitzblockaden gegen alle, die nicht so denken und leben wollen wie man selbst, politische „Kunstaktionen“, die tief in das Privatleben und Persönlichkeitsrecht von rechten Politikern eindringen.

Rechtsstaatsprinzipien werden über Bord geworfen

All das und noch viel mehr nehmen sich inzwischen ganz selbstverständlich viele derjenigen heraus, die glauben, daß sie die Moral gepachtet hätten und daß der Zweck die Mittel heiligen würde. Daß sie in ihrem immer fanatischer geführten Kampf mehr und mehr zu der Sprache und den Methoden derer greifen, die sie vorgeben und wahrscheinlich sogar tatsächlich glauben zu bekämpfen, scheinen sie nicht einmal zu bemerken. Es sagt ihnen auch kaum einer. Schon gar keiner, auf den sie vielleicht hören würden.

Im Gegenteil. Prominente machen sich stark für illegalen Asylschlepper-Aktivismus, linksextreme Bands liefern den Soundtrack zum Sonntagabendkrimi und Komiker und Medienschaffende feixen über Angriffe auf AfD-Politiker, rechte Autoren und Verlage oder Mitglieder der Identitären Bewegung. Während es nach links nahezu keine Grenzen zu geben scheint, kann einen auf der anderen Seite schon ein Foto mit einem gemäßigten AfD-Politiker oder eine Spende an die „falsche“, migrationskritische Bewegung Freunde, das Bankkonto oder die Karriere kosten.

Ob bei der Filmförderung oder bei YouTube: Wenn es gegen Rechts geht, sind die politischen Gleichmacher von links bereit, alle Gleichheitsgrundsätze und Prinzipien des von ihnen angeblich so geliebten Rechtsstaates außer Kraft zu setzen. Meinungsfreiheit kann eben ganz schön wütend machen, wenn der politische Gegner von ihr Gebrauch macht und auch noch die besseren Argumente hat.

Die Linken drehen an der Panikschraube

Die politische Linke scheint zu wissen oder zumindest tief in ihrem Innersten zu spüren, daß viele ihrer Thesen einer rational geführten Debatte nicht standhalten würden. Sie setzen daher auf Emotionalisierung, Infantilisierung und hypermoralisches Getöse, um jede aufkommende Diskussion im Keim zu ersticken. Notfalls auch mit Gewalt. Daß die Andersdenkenden trotz aller Repressionen einfach nicht verschwinden und nicht schweigen wollen, daß der politische Gegner trotz aller Verleumdungen, Bedrohungen und Isolationsversuche nicht aufgibt, sondern sogar immer erfolgreicher wird, macht die selbsternannten Herrscher über die Meinungsfreiheit nur noch wütender.

In ihrer eigenen Panik, ihrer Angst um die Deutungshoheit und letzten Endes um die Macht, drehen sie immer weiter an der Panikschraube. Daß sie dabei vor der Indoktrinierung von Kindern und Jugendlichen keinen Halt machen, haben sie längst bewiesen. Daß sie mittlerweile nicht mal mehr davor zurückschrecken, Minderjährige massiv seelisch zu schädigen, sie ihre seelische Schädigung sogar noch ausnutzen, um ihre Panikmache weiter voranzutreiben, zeigt auch der Fall Greta Thunberg.

Die Untergangs-Szenarien, die die linksgrünen Meinungsmacher zeichnen und an die Wand malen lassen, können nur zur totalen Radikalisierung führen. Wer die panischen Worte Greta Thunbergs und die Alarmstimmung, die von linksgrünen Aktivisten tagtäglich verbreitet wird, wirklich ernst nimmt, der muß sie ja fast schon zwangsläufig als Aufruf zum brutalst möglichen Widerstand verstehen.

Gefährlicher Wahn der Greta-Jugend

Schließlich, so die Botschaft, geht es hier doch um mehr als um die Frage, wie unsere Gesellschaft politisch und kulturell in zehn oder 20 Jahren aussehen soll. Es geht um etwas Endgültiges, um das Unumkehrbare. Um den „Anfang von einem Massensterben“ und das Ende der Welt.

So wie die Antifa in dem Wahn lebt, mit ihrem Aktionismus die Wiederkehr Hitlers und einen neuen Holocaust zu verhindern, glaubt die Greta-Jugend fest daran, sie würde für das Überleben der eigenen Generation kämpfen. Wer sich in einem solchen Kampf um Leben und Tod sieht, für den gibt es nichts mehr, was zu extrem wäre, um den eigenen Sieg zu sichern.

Ein solches Denken hat immer zu Gewalt geführt. Erst gegen Dinge, dann gegen Menschen. Auch bei den immer extremistischer werdenden Klimaaktivisten dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis zumindest ein Teil von ihnen sich nicht mehr mit Sachbeschädigungen an Autos begnügt, sondern auch ihren Fahrern und jenen, die diese Autos herstellen oder sie einfach nur politisch nicht intensiv genug bekämpfen, ans sprichwörtliche Leder wollen.

Gefahr von Gewalttaten

Wer nach dem klimapolitischen Motto „We don’t have time“ lebt und denkt, in spätestens zwölf Jahren ginge die Welt unter, wenn wir den menschengemachten Klimawandel nicht heute noch stoppen und die globale Erwärmung auf unter 1,5 Grad senken, für den muß jeder Mensch, der die energiepolitische Wende bremst, und sei es nur durch einen falschen Lebensstil, ein Feind sein. In der Logik des nackten Überlebenskampfes der Generationen, wäre letztendendes auch ein Attentat gegen einen dieser uneinsichtigen „Alten“ nur ein Akt der Notwehr der Jungen. Angst und Panik waren noch nie gute Ratgeber.

Protest unterm Galgen beim Klimastreik in Berlin Foto: picture alliance/Tom Weller/dpa

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