Zweitfrauennachzug

Mit Härtefällen in die Islamisierung

Eine Islamisierung findet nicht statt. Die Angst vor Verdrängung der hiesigen Kultur durch den Islam oder gar der Ersetzung des Grundgesetzes durch die Scharia sei völlig unbegründet und entspringe nur den Köpfen rechter Hetzer. So sagen es zumindest linksliberale Politiker und Journalisten seit Jahren, ungeachtet dessen, daß die Islamisierung in vielen Gegenden Deutschlands nicht nur stattfindet, sondern längst stattgefunden hat.

Nun wird auf höchster Ebene diskutiert, den Nachzug von Zweit- und Drittfrauen in „Härtefällen“ zuzulassen. Die Befürworter dieser neuen Stufe der Islamisierung argumentieren mit dem Kindeswohl. Die taz legt Wert auf die Feststellung, daß das Recht auf Nachzug nicht für die Frau als Zweitfrau, sondern für die Zweitfrau als Mutter gelte, und schiebt ebenso kulturrelativistisch wie wahrheitswidrig hinterher, daß dies nicht nur für Moslems, sondern beispielsweise auch für Mormonen gelte, die in den USA die Vielehe eingehen dürften.

Politiker argumentieren mit ausländischen Gesetzen

Mal ganz davon abgesehen, daß die Vielehe in den USA natürlich, anders als die taz behauptet, auch für Mormonen nicht erlaubt ist, ist es ziemlich irrsinnig, amerikanische Mormonen in diesem Fall als Argument anzuführen, ganz so, als gäbe es neben der islamischen Migrationswelle auch noch einen Flüchtlingsstrom aus Utah von ähnlicher Größe.

Mit weniger Fake-News als die taz, aber mit dem dem gleichen Eifer, stoßen auch viele Politiker und Behörden in das Horn von der ausländischen Gesetzgebung. In den Herkunftsstaaten vieler Flüchtlinge sei die Polygamie schließlich legal. Deshalb gehörten auch die Nebenfrauen und ihre Kinder „ganz normal“ zur Familie des Mannes, der hier Asyl fordert.

Schon einmal wurde in politisch linken Kreisen mit dem vermeintlichen Kindeswohl und der moslemischen Herkunftskultur der Zuwanderer für die Einführung eines islamischen Ehemodells argumentiert. Damals wollte Justizminister Heiko Maas eine Ausnahmeregelung beim Verbot der Kinderehe. Vor allem, wenn das Kind selbst bereits ein Kind von seinem „Ehemann“ bekommen habe, müsse man prüfen, ob es „besondere Ausnahmegründe“ gebe, die „die Aufrechterhaltung der Ehe als sinnvoll erscheinen lassen“, hieß damals die perfide Begründung des SPD-Politikers.

Kopftuch gehört immer mehr zum Stadtbild

So langsam sollte klar sein, daß „Ehe für Alle“, für Sozialdemokraten und offenbar auch einige Unionspolitiker, eben wirklich „Ehe für Alle“ heißt. Auch wenn diese Sorge stets als ebenso unbegründet abgebügelt wurde wie die Angst vor der Islamisierung.

Der Zweitfrauennachzug ist Islamisierung per Gesetz. Es dürfte nicht die letzte Geste der Unterwerfung eines Landes sein, dessen Richter aus Rücksicht auf radikal-islamische Angeklagte schon mal das Kreuz aus dem Gerichtssaal entfernen lassen und in dem das Kopftuch immer mehr zum Stadtbild und dem medialen Mainstream gehört.

Muslimische Frau mit Kind und Kinderwagen in Freiburg (Symbolbild) Foto: picture alliance/ dpa

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