„Fake News“

Auf einen Bubble Tea mit der „taz“

Die taz hat ein neues Geschäftsfeld für sich entdeckt: den Service-Journalismus. Während andere Medien ihren Lesern Auflistungen von Deutschlands besten Chiropraktikern, den praktischsten Handy-Apps oder trinkbaren Weinen für unter fünf Euro präsentieren, hat die taz sich die Internetseiten verschiedener „rechter Medien“ angeschaut. Sinn und Zweck: „damit unsere Leser*innen es nicht selbst tun müssen.“

Lalon Sander, Chef vom Dienst bei der taz, hat diese mutige Rechercheleistung höchst persönlich auf sich genommen und – Überraschung! – eine „rechte Blase“ ausgemacht. Allerdings entpuppt sich diese bei genauerem Hinschauen schnell als heiße Luft. (Wir verlinken an dieser Stelle direkt zum taz-Artikel, da wir unseren Lesern zutrauen, die Inhalte auf taz.de selbst beurteilen zu können. Wir hoffen, die Genossen vom Betreuungsjournalismus aus der Rudi-Dutschke-Straße dadurch nicht zu verunsichern.)

Von Medien und Vollmedien

Zu den von der taz ausgewerteten rechten Medien gehört natürlich auch die JUNGE FREIHEIT. Allerdings sei die JF kein „wirkliches Vollmedium“, da „Leser*innen“ sich dort nicht umfassend über das Weltgeschehen informieren könnten, erläutert Sander. Ganz unrecht hat er damit nicht. In der Tat wird der geschlechtersternchenfreie JF-Leser bei uns über „Konzepte des Urbanismus“ oder die Qualität von „Bio-Olivenölen“ wenig erfahren. Für diese Informationen verweisen wir gerne erneut auf unseren freundlichen Mitbewerber.

Kommen wir zu den von Sander angeführten Beispielen. Es gebe Ereignisse, wie die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum NPD-Verbotsverfahren, denen bei der JF seltsamerweise nur wenig Platz eingeräumt werde. Auf JF-Online hätte sich hierzu nur eine Meldung gefunden, aber keine Bewertung.

Nun mag es taz-Journalisten verwundern, daß Meldungen ohne Wertung auskommen können, hätte Sander aber einen Blick in die Druckausgabe der JF geworfen, wäre ihm vielleicht auch der dortige Kommentar zum NPD-Urteil aus Karlsruhe aufgefallen.

Genauigkeit wird überbewertet

Ähnlich verhält es sich mit dem Treffen der ENF-Fraktion in Koblenz. Über dieses sei „kaum berichtet“ worden, wundert sich Sander. Es findet sich – neben einem Online-Bericht vom Veranstaltungstag – jedoch auch hier eine ganzseitige Reportage vom ENF-Kongreß in der Druckausgabe, nur war auch die Sander offenbar entgangen.

Ebenso scheint Sander die Suchfunktion auf der Internetseite der JF übersehen zu haben, gleiches gilt für das eingebundene vollständige Print-Archiv. Anders läßt es sich kaum erklären, wie er zu dem Ergebnis kommt, über Trumps Politik sei von der JF nur in einzelnen Meldungen berichtet worden, analytische Texte gebe es dagegen kaum.

An anderer Stelle behauptet Sander, die JF hätte in der Silvesternacht keine „eigenen Reporter*innen“ in Köln gehabt. Seltsamerweise verlinkt er wenige Absätze später auf die JF-TV-Reportage „Grüner Realitätsverlust“, die – hätte Sander sie sich auch angesehen – ihm hätte zeigen können, daß die JF mit einem Kamerateam zu Silvester in Köln unterwegs war. Solche Feinheiten können aber offenbar beim Herumirren in der „rechten Blase“ leicht übersehen werden. Also Schwamm drüber.

Mit „Fake News“ gegen „Fake News“

Kommen wir zum Schluß der Investigativ-Analyse Sanders. Dort präsentiert der taz-CvD „eine unvollständige Liste“ von Nachrichten, die er als angebliche „Fake News“ entlarvt haben will. „Folgende Meldungen aus den drei untersuchten Medien stellten sich durch Recherchen im Januar als falsch heraus“, schreibt Sander und ergänzt: „Die tatsächliche Zahl an Falschmeldungen dürfte weit höher sein.“ (Den Beleg dafür bleibt er natürlich schuldig. Die bloße Behauptung muß seinen „Leser*innen“ als Beweis genügen.)

Es folgen drei Meldungen von Politically Incorrect sowie eine von Compact, die sich offenbar nicht so zugetragen haben, wie von den beiden Seiten geschildert. Zumindest haben sie sich später durch Ermittlungen der Polizei als anders herausgestellt, als von den Autoren vermutet. Was die vier vermeintlichen „Fake News“ allerdings mit der JF zu tun haben, bleibt Sanders Geheimnis. Die Antwort auf die Frage verwahrt er vermutlich gut gehütet in einer linken Blase.

Eine Tasse „Heiße Liebe“ für die „taz“ Foto: JF

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