Mit Kanonen auf Brachvögel

Aufatmen dürfen jetzt alle 70.000 Fans der australischen Rockband AC/DC, die bereits Karten für das Konzert am 22. Mai im oberösterreichischen Wels erstanden haben: Die Musiker um die Young-Brüder Malcolm und Angus treten doch auf, obwohl der Kartenverkauf „ohne jede ökologische Begutachtung oder naturschutzrechtliche Genehmigung“ stattfand. Diese ist nämlich notwendig für die 70 Hektar Wiesen und Rollbahnen des zivilen Flughafens, der sich zwischen Autobahn, Gewerbegebieten und Stadtgebiet breitmacht. Denn da genau Ende Mai „acht bis zehn Brachvogelpaare“, Kiebitze und Feldlerchen auf dem Gelände brüten, laufen seit Dezember Umweltschutzverbände Sturm gegen das AC/DC-Konzert, das „die geltende Artenschutzverordnung des Landes Oberösterreich grob verletzt“. Hans Uhl von Bird-Life Österreich sieht bei Nichtverlegung des Auftritts „für den Vogelschutz einen Konflikt allerersten Ranges“ und droht mit „allen erdenklichen Protestmaßnahmen“, falls der Welser Bürgermeister Peter Koits (SPÖ) die Genehmigung nicht zurückzieht „Wie zum Hohn“ falle der 22. Mai genau auf den international ausgerufenen „Tag der Artenvielfalt“, klagt auch Josef Limberger vom Naturschutzbund.

Am Montag hat der Magistrat nun einen Kompromiß verabschiedet. Danach bleiben über sechzig Hektar des Flugplatzes unberührt, „Licht und Lautstärke auf ein Minimum reduziert“ – für die Hardrock-Urgesteine von AC/DC bestimmt eine der leichtesten Übungen. Zu hoffen ist jetzt nur, daß die Glockenschläge zum Evergreen „Hells Bells“ oder der Kanonendonner zu „For Those About to Rock“ den Brachvogel nicht ungebührlich erschrecken.

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