Qualifikation zum Dr. antifa

Nein, promoviert wird man im Fach „Courage“ oder „Demokratie-Engagement“ an der Fachhochschule (FH) Erfurt zwar noch nicht. Aber nach der Vereinbarung zwischen dem „Netzwerk Demokratie und Courage“ und der FH Erfurt vom vergangenen Freitag wird ein engagierter Einsatz im Sinne des eingetragenen Vereins künftig als „vollwertige Studienleistung“ anerkannt. „Nachdem die FH Erfurt sich in den vergangenen Jahren an den Aktivitäten der Stadt im Ringen für Vielfalt und Toleranz, gegen Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit beteiligt hat, will sie mit dem heute besiegelten Kooperationsprojekt selbst aktiv werden“, teilte FH-Präsident Heinrich Kill der Presse mit. Die neuen Bachelor- und Masterabschlußzeugnisse eigneten sich sogar vorzüglich, da sie Raum lassen, neben der Benotung auch über „zusätzliche Qualifikationen und Kompetenzen“ Auskunft zu geben. Und diese könnten „im regulären Studienbetrieb kaum besser angeeignet werden“, schwärmt Kill. Was das genau bedeutet, verklausuliert die politisch einschlägige Vereinigung unter wohlklingenden Absichten im Einsatz für Demokratie und gegen Diskriminierung: „Wir unterstützen eine emanzipatorische und damit nicht-rechte Gegenkultur durch die Stärkung von antirassistischen Positionen und das Aufzeigen alternativer Handlungsoptionen.“ Auch Steffen Lemme, als Vorsitzender des gewerkschaftlichen Bildungsträgers „Arbeit und Leben“ Träger des „Netzwerkes“, ist über die offiziellen „Kampf gegen den Rechts“-Abschlußzertifikate sehr glücklich: Daß Studenten das antifaschistische Engagement nun anerkannt bekommen, sei „ein Signal mit Beispielwirkung“.

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