Der Ball liegt bei Obama

Vor gut einer Woche hat Moskau mitgeteilt, es werde die Stationierung von Kurzstreckenraketen vom Typ Iskander im Gebiet Königsberg „aussetzen“, weil die USA den Aufbau ihrer Raketenstellung in Polen und in Tschechien „nicht mit Nachdruck“ betreiben. Das Echo darauf in Europa verriet Befriedigung und Freude; in Washington war es höflich, aber verhalten. Die Ursache für die unterschiedliche Reaktion ist offenkundig: West-Europa freut sich über die russische Geste, weil es eine engere Zusammenarbeit mit Moskau anstrebt. Washington will dem neuen Präsidenten dagegen alle Möglichkeiten offenhalten – auch die, den bisherigen, auf Rußlands Einschnürung zielenden Kurs beibehalten zu können. Denn der Verzicht auf die Raketen in Polen und Tschechien wäre nur der erste Schritt, dem dann logischerweise der Verzicht auf die Aufnahme der Ukraine und Georgiens in die Nato folgen müßte. Das liefe letztlich darauf hinaus, Rußland als ebenbürtigen Partner zu akzeptieren – und dazu ist die einzig verbliebene Weltmacht bislang nicht bereit gewesen. Angesichts der Probleme, für deren Lösung Moskaus Kooperationsbereitschaft nötig ist – man denke nur an den Iran und Israel –, wäre ein Kurswechsel nur logisch. Aber auch hier gilt: Alle hoffen auf Obama.

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