Alles bleibt beim alten

Als Präsident Charles de Gaulle 1966 den Austritt Frankreichs aus der militärischen Integration der Nato beschloß, erregte dies weltweites Aufsehen. Nun kehrt Paris fast unbeachtet zurück (siehe Seite 10). Direkte Vorteile erwachsen daraus vor allem dem französischen Offizierkorps, das 800 Dienstposten in den Stäben der Nato erhält, darunter zwei hohe Kommandeursposten. Wichtiger aber sind die politischen Auswirkungen, die Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy erhoffen dürfte.

De Gaulle verließ die Nato, weil Washington nicht bereit war, Paris als Atommacht an der Führung der Allianz zu beteiligen. Nun spiegelt Sarkozys Kurswechsel seine Hoffnung wider, durch die Vollmitgliedschaft im Nordatlantik-Pakt dessen Entscheidungen im Sinne Frankreichs beeinflussen zu können. Vor allem aber dürfte er darauf setzen, so die Vorbehalte seiner europäischen Partner gegen den Aufbau eines eigenständigen europäischen Militärapparats aushebeln zu können, in dem Frankreich die Führungsrolle zufiele. Ob dies in Erfüllung geht?

 Vorsichtshalber hat Sarkozy entschieden, weder seine Atomwaffen in das Nordatlantische Bündnis einzubringen, noch ihr französische Truppen im Frieden zu unterstellen. Insofern bleibt alles beim alten.

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