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Unheilvoller Gesang

Vor dem Startschuß zum Hamburg-Marathon versammelten sich am 27. April etwa 20.000 Starter am Heiligengeistfeld im Stadtteil St. Pauli. Um das Getümmel der Läufer herum, die den 42,195 Kilometern bei bester Witterung entgegenfieberten, gesellten sich dort am Sonntagmorgen mehrere zehntausend Zuschauer, um einem der größten europäischen Stadtmarathons beizuwohnen. Wie international üblich, erklingt bei diesen Großveranstaltungen zu Beginn auch die Hymne des Gastlandes. In der Freien und Hansestadt läßt man es sich natürlich nicht nehmen, zur Nationalhymne auch ganz selbstbewußt die eigene Landeshymne vorzutragen: „Stadt Hamburg an der Elbe Auen“. Dieses im frühen 19. Jahrhundert von Albert Methfessel komponierte und von Nikolaus Bärmann getextete Stück singen die Hanseaten seit 1890 bei offiziellen Anlässen für ihr „Hammonia“, wie Hamburg in diesem Hymnus in latinisierter Form gepriesen wird. Doch genau hier witterten die Veranstalter einen geschichtspolitisch heiklen Stolperstein, denn im Refrain des Liedes heißt es „Heil über dir, Heil über dir Hammonia! O, wie herrlich stehst du da.“ Kurzerhand wurde der für den Hymnengesang engagierte Tenor mit einem neuen Liedtext versorgt, der keinerlei Assoziation mit totalitären Grußformeln mehr zuließ. Auf daß keinem der Hörer aus 85 Nationen ein Schreck in die Glieder fährt, intonierte der Sänger für die Marathongemeinde und die Zuschauer: „Glück über dir, Glück über dir Hammonia …“ Für den am 25. Mai stattfindenden „Trollinger-Marathon“ liegt nun die politisch korrekte Latte ziemlich hoch: Austragungsort ist dann nämlich Heilbronn.

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