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Kostenspirale

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Kostenspirale

In Europa ist bald ein Drittel der Bevölkerung über 60 Jahre alt, sagt das Max-Planck-Institut für demographische Forschung. Vor zwei Wochen demonstrierten wieder einmal die Ärzte — gegen die zu geringe Erhöhung des Honorarbudgets in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Am Montag wurde bekannt, daß Harald zur Hausen zusammen mit den Franzosen Françoise Barré-Sinoussi und Luc Montagnier den Medizin-Nobelpreis erhält. Was hat das mit der vom Bundeskabinett beschlossenen Anhebung des GKV-Beitragssatzes von 14,9 Prozent auf künftig einheitlich 15,5 Prozent zu tun? Es erklärt, warum die medizinische Versorgung teurer wird — egal, ob es nach der Bundestagswahl 2009 nun die Bürgerversicherung, Merkels Kopfpauschale oder eine totale Privatisierung gibt. Dank des medizinischen Fortschritts werden wir immer älter. Neue Behandlungsmethoden sind teuer, sie erfordern qualifiziertes Personal. Und mit zunehmendem Alter steigen die Gesundheitsausgaben. Walter Krämer nannte dies provokatorisch die „Krankheit des Gesundheitswesens“. Auf diese Kostenspirale wird in Großbritannien mit Rationierung reagiert. Dort ist etwa die Dialyse im höheren Alter nicht mehr für alle erschwinglich. Wer langfristig sinkende Gesundheitsausgaben verspricht, muß aber auch britische Verhältnisse in Kauf nehmen.

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