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Lichtpflicht ganztags einführen?

Der Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD) spricht sich für das Fahren mit Abblendlicht auch am Tag aus. Erste Untersuchungen haben gezeigt, daß durch Tagesfahrlicht das Unfallrisiko gesenkt werden kann, da alle Verkehrsteilnehmer rechtzeitiger erkannt werden. Den in diesem Zusammenhang vieldiskutierten, um rund ein Prozent höheren Kraftstoffverbrauch könnte jeder einzelne Personenkraftwagen-Halter durch eine defensivere bzw. spritsparendere Fahrweise ausgleichen. Zudem bietet die Kfz-Zulieferer-Industrie mittlerweile spezielle Pkw-Lampen an, die aufgrund ihrer längeren Lebensdauer nicht häufiger gewechselt werden müssen als herkömmliche Lampen. Bis zur Einführung einer EU-weit einheitlichen Regelung appelliert der Auto- und Reiseclub Deutschland an die Autohersteller, das bereits aus Oberklasse-Fahrzeugen bekannte, automatische Abblendlicht in allen Modellen serienmäßig einzubauen: Ein spezieller Lichtsensor („Dämmerungsschalter“) schaltet dabei selbsttätig das Fahrlicht ein, sobald das Umgebungslicht einen bestimmten Wert unterschreitet (zum Beispiel bei der Einfahrt in ein Tunnel, et cetera). Klare Vorteile bietet Tagfahrlicht vor allem auf Autobahnen: Fahrzeuge mit Licht fallen im Rückspiegel einfach besser auf. Die positiven Effekte erkannt, sind derzeit ohnehin die meisten Pkws auf Deutschlands Autobahnen mit Abblendlicht unterwegs. Und daß die Forderung „Licht am Tag!“ jahreszeitenunabhängig ist, macht uns unter anderem Italien vor: Hier muß auch bei schönstem Sonnenschein auf Schnellstraßen und Autobahnen mit Abblendlicht gefahren werden. Christian Wolf ist Mitarbeiter der Pressestelle des Auto- und Reiseclubs Deutschland (ARCD). Unserer Ansicht nach bringt die verpflichtende Verwendung für PKW von Abblendlicht am Tag keinen Sicherheitsgewinn. Die Sicherheitsvorteile der Motorräder, die seit Jahrzehnten mit Licht fahren, würden gemindert werden. Schon heute sind von Seiten der Motorradhersteller die Mehrzahl der Fahrzeuge derart konzipiert, daß das Fahren ohne eingeschaltetes Licht unmöglich ist. Die motorisierten Verkehrsteilnehmer sind schon heute einer Vielzahl von Reizeinflüssen ausgesetzt. Für Motorradfahrer kann das „Gesehenwerden“ lebensrettend sein. Durch die Verwendung von Abblendlicht am Tag, verpflichtend für alle Verkehrsteilnehmer, käme es zu einer Reizüberflutung. Kinder, Fußgänger und Radfahrer (da „unbeleuchtet“) wären leicht übersehbar. Unfälle von Motorradlenkern sind im Vergleich zum ständig gewachsenen Motorradbestand seit Jahren rückläufig, was auf die Verbesserung der Ausrüstung, das Fahren mit Licht, die erweiterte Ausbildung und die permanente Aufklärungsarbeit hinweist. Die Motorradindustrie hat in den letzten Jahrzehnten die Motorräder durch technische Verbesserungen sehr lärmarm, schadstoffärmer und sparsamer gemacht. Die Automobilindustrie hat gleiche Bemühungen, welche durch das Fahren mit Licht durchkreuzt würden, da der Treibstoffverbrauch auf 100 km um rund 0,14 Liter ansteigen würde. Die verstärkte Beanspruchung der Lampen und deren Verschleiß würde auch zum Anfall von mehr Müll führen. Unter Augenärzten, Verkehrssicherheitsexperten, Psychologen und Technikern ist Licht am Tag (für alle Verkehrsteilnehmer) umstritten. Das Argument, daß Motorradfahrer sogar besser gesehen würden, wenn alle mit Licht fahren würden, weil durch nur einen einzelnen Scheinwerfer (am Motorrad vs. PKW) ein „Unrhythmus“ im Straßenverkehr entstehen würde, der die Motorradfahrer auffälliger machen würde, kann als Wunschdenken betrachtet werden. Ernst Graft ist Sprecher von www.PlattformMotorrad.at , einer österreichischen Internet-Vereinigung von Motorradfahrern.

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