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Sachsen: Hunderte ausländische Ärzte fallen durch Deutschprüfungen

Sachsen: Hunderte ausländische Ärzte fallen durch Deutschprüfungen

Sachsen: Hunderte ausländische Ärzte fallen durch Deutschprüfungen

Melanie Bärsch, Lehrerin für Deutsch als Zweitsprache, unterrichtet Migranten im Chancencenter der Landesübergangseinrichtung. Das Chancencenter soll Menschen mit unsicherem Aufenthaltsstatus aufnehmen, die aus objektiven Gründen nicht abgeschoben werden können. Nach einer Testphase nimmt das Chancencenter nun den Regelbetrieb auf. Ein Deutschkurs für Migranten (Symbolbild): Laut der AfD-Politikerin Dietz könne der Ärztemangel nicht allein über Zuwanderung behoben werden. Foto: picture alliance/dpa | Patrick Pleul
Melanie Bärsch, Lehrerin für Deutsch als Zweitsprache, unterrichtet Migranten im Chancencenter der Landesübergangseinrichtung. Das Chancencenter soll Menschen mit unsicherem Aufenthaltsstatus aufnehmen, die aus objektiven Gründen nicht abgeschoben werden können. Nach einer Testphase nimmt das Chancencenter nun den Regelbetrieb auf. Ein Deutschkurs für Migranten (Symbolbild): Laut der AfD-Politikerin Dietz könne der Ärztemangel nicht allein über Zuwanderung behoben werden. Foto: picture alliance/dpa | Patrick Pleul
Ein Deutschkurs für Migranten (Symbolbild): Laut der AfD-Politikerin Dietz könne der Ärztemangel nicht allein über Zuwanderung behoben werden. Foto: picture alliance/dpa | Patrick Pleul
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Hunderte ausländische Ärzte fallen durch Deutschprüfungen

Nur mit ausländischen Ärzten kann das deutsche Gesundheitssystem gerettet werden – heißt es. Zahlen aus Sachsen zeigen nun allerdings, wie schlecht qualifiziert viele Mediziner sind.
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DRESDEN. Über die Hälfte der ausländischen Ärzte hat im ersten Halbjahr 2026 ihre erste Fachsprachenprüfung in Sachsen nicht bestanden. Insgesamt wurden 416 Tests durchgeführt. „Davon waren 232 Erstprüfungen, von denen 100 bestanden wurden. Die Durchfallquote lag bei den Erstprüfungen im ersten Halbjahr 2026 somit bei rund 57 Prozent“, antwortet das sächsische Gesundheitsministerium auf eine Anfrage der Landtagsabgeordneten Katja Dietz (AfD).

Zusätzlich habe aber die „Koordination der beruflichen Anerkennung ausländischer Gesundheitsfachkräfte“ berichtet, dass es Pflegefachkräfte im klinischen Bereich gab, die „unmittelbar nach Erteilung der Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung die sprachliche Handlungsfähigkeit für den eigenverantwortlichen Fachkrafteinsatz im konkreten Arbeitsumfeld nicht vollumfänglich“ vorweisen konnten. „Die Koordination hat Arbeitgeber und Fachkräfte in diesen Einzelfällen auf weiterführende konkrete Lern- und Unterstützungsangebote hingewiesen.“

Um als Arzt, Apotheker oder etwa Psychotherapeut in Deutschland zu arbeiten, benötigt das Personal eine staatliche Approbation. Um diese zu erhalten, müssen die Antragsteller unter anderem Deutsch auf dem allgemeinen Sprachniveau B2 und zusätzlich Fachsprachenkenntnisse im berufsspezifischen Kontext besitzen, die am Sprachniveau C1 orientiert sind.

Von Anfang Januar 2025 bis Ende Juni 2026 wurden insgesamt im Bereich der Ärzte 891 und im Bereich der Gesundheitsfachberufe 1.101 Approbationsanträge gestellt, heißt es in einer Antwort auf eine weitere Anfrage der AfD-Politikerin Dietz. Bei Ärzten waren die häufigsten Herkunftsländer der Antragsteller „Syrien, Ukraine, Russische Föderation, Indien, Ägypten“ und bei Gesundheitsfachberufen „Ukraine, Türkei, Iran, Polen, Syrien“.

Rollenspiele bei Fachsprachenprüfungen

Der Antragsteller „muss sich spontan und weitgehend fließend insbesondere mit Patienten und Kollegen angemessen verständigen sowie komplexe Texte und Fachdiskussionen zu medizinischen Themen verstehen und wiedergeben können“, schreibt die Sächsische Landesärztekammer auf ihrer Internetseite.

„Die Prüfung ist praxisnah gestaltet. Sie findet in Form einer Einzelprüfung statt und dient zur Feststellung der für den Arztberuf erforderlichen Fachsprachenkenntnisse in der mündlichen und schriftlichen Kommunikation.“ Es werden Gespräche zwischen dem Arzt und dem Patienten sowie zwischen zwei Ärzten durchgegangen. Weiter muss ein schriftlicher Arztbericht verfasst werden.

Mehrere Kenntnisprüfungen nicht bestanden

Außerdem wurden nach Auskunft des Kommunalen Sozialverbands Sachsen „im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 69 Kenntnisprüfungen (erster Versuch) für Angehörige der Gesundheitsfachberufe durchgeführt“, heißt es in der Antwort des Landesgesundheitsministeriums. „Davon wurden fünf nicht bestanden. Die Durchfallquote lag bei den Erstprüfungen im ersten Halbjahr 2026 somit bei rund sieben Prozent.“

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Bei Kenntnisprüfungen müssen die ausländischen Teilnehmer für einen Patienten einen Bericht über etwa die Diagnose und den Behandlungsplan anfertigen, schreibt das Landesprüfungsamt.

Hinzu kommen eine Fallabnahme und eine mündliche Prüfung, „die sich auf die Fächer Innere Medizin und Chirurgie unter ergänzender Berücksichtigung von Aspekten der Notfallmedizin, Klinischen Pharmakologie/Pharmakotherapie, Bildgebenden Verfahren, Strahlenschutz und Rechtsfragen zur ärztlichen Berufsausübung bezieht“. Für Apotheker steht nur eine mündliche Prüfung an.

Ärztemangel in Deutschland

Diese Zahlen fügen sich in die bisherige Diskussion rund um den Fachkräftemangel unter Ärzten ein. Im April kündigte beispielsweise Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) an, dass ein Großteil der in Deutschland lebenden Syrer in ihre Heimat zurückkehren solle (JF berichtete). Darauf reagierte die Deutsche Krankenhausgesellschaft und warnte davor, dass dadurch spürbare Engpässe in der medizinischen Versorgung aufkommen würden. „Würden diese Fachkräfte wieder das Land verlassen, hätte das spürbare Auswirkungen auf die Versorgung“, sagte die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Henriette Neumeyer.

Hingegen offenbaren die Antworten des Sächsischen Gesundheitsministeriums laut der AfD-Politikerin Dietz, dass der Ärztemangel nicht allein über Zuwanderung behoben werden könne. „Die hohe Durchfallquote der ausländischen Ärzte bei der Sprachprüfung ist ein Indiz dafür, dass sie bei weitem nicht so hoch qualifiziert sind, wie von der Regierung behauptet.“

Stattdessen müsste Sachsen „zum Beispiel über eine Erhöhung der Landarztquote mehr kluge, sächsische Gymnasiasten für ein Medizinstudium begeistern und dafür zulassen“. Außerdem fordert sie „für die Berufserlaubnis von Ärzten aus Drittstaaten den Abschluss des zweiten und dritten Staatsexamens in Deutschland“. (mas)

Ein Deutschkurs für Migranten (Symbolbild): Laut der AfD-Politikerin Dietz könne der Ärztemangel nicht allein über Zuwanderung behoben werden. Foto: picture alliance/dpa | Patrick Pleul
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