PARIS. Die Fraktionschefin des Rassemblement National, Marine Le Pen, hat angekündigt, gegen ihre Verurteilung vom Dienstag (JF berichtete) Revision einlegen zu wollen – und dementsprechend zur Präsidentschaftswahl 2027 antreten zu wollen. Allein durch die Anfechtung werde die verhängte Strafe aufgeschoben, sagte sie dem TV-Sender TF1. „Ich werde Wahlkampf ohne elektronische Fußfessel machen.“
Am Dienstag hatte ein Pariser Berufsgericht sie wegen der Veruntreuung von EU-Geldern schuldig gesprochen. Die Politikerin erhielt drei Jahre Gefängnis – zwei davon auf Bewährung, während sie ein weiteres im Hausarrest mit einer elektronischen Fußfessel verbringen soll. Zusätzlich soll sie eine Strafe von 100.000 Euro zahlen. Ihre 2025 verhängte Wahlsperre, nach der sie sich nicht als Kandidatin aufstellen könnte, wurde jedoch so stark verkürzt, dass sie sie demnach bereits verbüßt hat.
Le Pen hatte bereits im Februar bekannt gegeben, dass sie, sollte sie zum Tragen einer Fußfessel verurteilt werden, nicht antreten werde. Mit einer Revision hofft sie, diese Strafe allerdings umgehen zu können.
Le Pen will mit Bardella „ein Tandem“ bilden
Mit ihrem politischen Ziehsohn, dem 30jährigen Jordan Bardella, wolle sie weiterhin „ein Tandem“ bilden, bekräftigte sie. „Ich denke, dieses politische Duo, das wir bilden, kann die Dinge wirklich verändern.“ Sollte sie die Präsidentschaftswahl gewinnen, werde sie Bardella zum Regierungschef machen.
Aktuelle Umfragen sehen den Rassemblement National mit 36 bis 37 Prozent klar auf dem ersten Platz. Eine Analyse im vergangenen November ergab, dass, sollte Bardella als Kandidat antreten, er in der Stichwahl gegen voraussichtlich jeden Gegenkandidaten gewinnen würde (JF berichtete). (lb)






