HALLE/SAALE. Nachdem das Einlassverbot für Menschen ohne Deutschkenntnisse bei linken Gruppen und Journalisten für Empörung sorgte, hat nun die Stadtverwaltung Halle die Betreiber des Heidebades aufgefordert, die Regelung rückgängig zu machen.
Der Pächter des Strandbades, Mathias Nobel, hatte angekündigt, Menschen, die nicht ausreichend Deutsch sprechen und die Baderegeln nicht verstehen (JF berichtete), ab sofort abzuweisen. Anlass war, dass die Eltern eines zu ertrinken drohenden Kindes seine Anweisungen nicht verstanden hatten. Nobel hatte das Kleinkind am Wochenende aus einem tiefen Bereich des Sees gerettet.
Die Stadt Halle begründete ihr Verlangen damit, dass das Vorgehen „in der Öffentlichkeit als ausländerfeindlich wahrgenommen werden kann“. Und dies „würde das Ansehen der Stadt beschädigen und verstieße gegen die vertragliche Wohlverhaltenspflicht“.
Strandbad-Chef wird angefeindet
Der Betreiber, der nach seiner Rettungstat und den Konsequenzen stark angefeindet wurde, nach eigenen Angaben viele Hassnachrichten erhielt und dessen Bad mit Negativ-Bewertungen im Internet überschüttet wurde, müsse zunächst mildere Mittel ausschöpfen, erklärte der Sprecher der Stadtverwaltung, Drago Bock.
Der Zugang zum Bad müsse „für die Allgemeinheit gewährleistet sein“, sagte er der Bild. Der Pächter dürfe den öffentlichen Charakter der Einrichtung nicht „durch pauschale Einlassverbote für ganze Bevölkerungsgruppen aushebeln“.

Schilder in Fremdsprachen und Piktogramme
Nobel wehrte sich gegen den Vorwurf der Ausländerfeindlichkeit: Es gehe ausschließlich um die Sicherheit der Badegäste. „Ich trage im Bad die Verantwortung. Wenn etwas passiert, zeigen alle auf mich. Tot ist tot“, sagte er. Zu der Aufforderung der Stadt erklärte der Badchef: „Was soll ich zurücknehmen? Dass die Leute die Baderegeln verstehen?“
Die Stadt kündigte trotz der harten Kritik an dem Betreiber an, dessen Sicherheitsbedenken ernst zu nehmen. Man plane nun, die Baderegeln und Sicherheitshinweise in mehreren Sprachen anzubringen. Außerdem sollen Piktogramme und QR-Codes im Eingangsbereich und auf dem Gelände die wichtigsten Regeln auch visuell vermitteln. (fh)





