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Baden-Württemberg: Führerschein-Bande schickt Doppelgänger zu Prüfungen

Baden-Württemberg: Führerschein-Bande schickt Doppelgänger zu Prüfungen

Baden-Württemberg: Führerschein-Bande schickt Doppelgänger zu Prüfungen

Fünf Angeklagte, darunter Inhaber von zwei Fahrschulen, sollen über ein Netzwerk Doppelgänger vermittelt haben. Diese sollen dann gegen Bezahlung Führerscheinprüfungen für andere abgelegt haben. Foto: picture alliance/dpa | -
Fünf Angeklagte, darunter Inhaber von zwei Fahrschulen, sollen über ein Netzwerk Doppelgänger vermittelt haben. Diese sollen dann gegen Bezahlung Führerscheinprüfungen für andere abgelegt haben. Foto: picture alliance/dpa | -
Fünf Angeklagte, darunter Inhaber von zwei Fahrschulen, sollen über ein Netzwerk Doppelgänger vermittelt haben. Diese sollen dann gegen Bezahlung Führerscheinprüfungen für andere abgelegt haben. Foto: picture alliance/dpa | –
Baden-Württemberg
 

Führerschein-Bande schickt Doppelgänger zu Prüfungen

Die „Führerschein-Mafia“ schleust Fahrschüler gegen Geld durch Prüfungen und bringt so unqualifizierte Fahrer auf die Straße. Zum Prozessbeginn in Heilbronn geht es um mehr als 1.000 Fälle.
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HEILBRONN. Vor dem Landgericht Heilbronn hat einer der größten Prozesse um organisierten Führerscheinbetrug in Deutschland begonnen. Fünf Männer sollen ein System betrieben haben, mit dem Fahrschüler gegen Bezahlung ohne eigene Prüfung zur Fahrerlaubnis kamen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft organisierten die Angeklagten ein Netzwerk von Doppelgängern, die anstelle der eigentlichen Bewerber die theoretischen Prüfungen absolvierten.

Die Taten sollen sich zwischen November 2022 und Juni 2024 in mehreren Städten, darunter Heilbronn, Göppingen und Calw, ereignet haben. Insgesamt sollen mehr als 180.000 Euro eingenommen worden sein. Auslöser der Ermittlungen war der Hinweis eines Prüfers, dem ein Teilnehmer mehrfach aufgefallen war. In der Folge kam es zu einer großangelegten Razzia mit 130 Einsatzkräften.

1.000 mutmaßliche Führerschein-Betrüger ermittelt

Laut Staatsanwaltschaft wurden mindestens 55 Fahrerlaubnisbewerber auf diese Weise durch die Prüfungen gebracht. Die eingesetzten Doppelgänger seien bundesweit angeworben und teils mit Perücken und Schminke angepasst worden.

Darüber hinaus gehen die Ermittler von einem deutlich größeren Ausmaß aus. Über die identifizierten Doppelgänger seien bundesweit bislang rund 1.000 Personen ermittelt worden, die mutmaßlich auf ähnliche Weise ihren Führerschein erhalten haben. Gegen sie laufen Ermittlungsverfahren, es drohen Geldstrafen und der Entzug der Fahrerlaubnis.

Die Kunden zahlten laut Anklage pro Prüfung mehrere tausend Euro. Ein bereits verurteilter Doppelgänger soll sich in 31 Fällen als Prüfling ausgegeben haben und erhielt dafür eine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren. Für den Prozess sind 18 Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird für Ende Juni erwartet. (rr)

Fünf Angeklagte, darunter Inhaber von zwei Fahrschulen, sollen über ein Netzwerk Doppelgänger vermittelt haben. Diese sollen dann gegen Bezahlung Führerscheinprüfungen für andere abgelegt haben. Foto: picture alliance/dpa | –
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