HAMBURG. Die Zahl der Abonnenten der Druckausgabe des Magazins Spiegel ist im vierten Quartal 2025 auf 186.853 gefallen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Rückgang um 11,0 Prozent oder 23.177 Stück. Das geht aus den Zahlen hervor, die der Verlag der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW) gemeldet hat und die der JF vorliegen.
Auch die Zahl der Digitalabonnements geht gegen den Trend nach unten und kann – anders als bei anderen Medien – den Verlust beim gedruckten Heft nicht auffangen: 252.602 Online-Abonnenten bedeuten einen Rückgang um 4.998 oder 1,9 Prozent im Vergleich zum vierten Quartal 2024.
Insgesamt verlor der Spiegel somit innerhalb eines Jahres 28.166 Abonnenten. Gerechnet auf die Gesamtzahl aller Bestellungen des Magazins, Print und Digital, bedeutet dieses innerhalb eines Jahrs einen Verlust von sechs Prozent an Stammlesern.
„Spiegel“-Verkauf am Kiosk bricht ein
Im Einzelverkauf, also am Kiosk, gingen die Einnahmen im dritten Quartal deutlich zurück. Kress pro nennt die Zahl von 15,2 Millionen Euro. Dies seien 4,5 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum 2024. Nach Informationen der JUNGEN FREIHEIT sank der Verkauf der Hefte von 97.829 auf 88.401. Das entspricht einem Minus von 9.428 Stück oder 9,6 Prozent.
Im vierten Quartal kam es nach JF-Informationen zu einem weiteren herben Einbruch. In den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres verkaufte der Spiegel durchschnittlich nur noch 79.539 Exemplare im Einzelhandel – 18.290 weniger als im dritten Quartal 2024.
Bedrohlich wird für den Spiegel die Lage beim zum Verlag gehörenden Manager Magazin. Dort drohten, so Kress pro unter Bezug auf interne Quellen, „deutliche Verluste, weil das Anzeigengeschäft eingebrochen ist und eine hohe sechsstellige Summe fehlen soll“.
Rest-Urlaubs-Verbot für Mitarbeiter
Die Krise in dem Verlagshaus trifft auch die Mitarbeiter. Die Geschäftsleitung verpflichtete sie bereits im ersten Halbjahr 2025 darauf, den Jahresurlaub komplett in einem Jahr zu nehmen und keinen Resturlaub im nächsten Jahr zu nehmen. Dadurch mußte der Verlag für die Bilanz 2025 keine hohen Rückstellungen in Millionenhöhe bilden, „wie dies bei einem Übertrag von Urlaubstagen sonst notwendig ist“, schreibt der Mediendienst.

Damit habe man die Bilanz 2025 um eine Summe von 2,5 Millionen bis drei Millionen Euro aufhübschen können. Durch Auflösungen von Rückstellungen sei man bereits 2024 so verfahren, und habe mit dem Einmaleffekt die Bilanz um drei Millionen Euro verbessert.
Im Jahr 2024 hatte die Spiegel-Gruppe einen Umsatz von 255,2 Millionen Euro und einem Gewinn von 26,5 Millionen gemacht. Für das abgelaufene Jahr dürften die Zahlen weit schlechter ausfallen. (fh)





