NÜRNBERG. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge entzieht syrischen Asylmigranten ihren Schutzstatus seltener als noch vor wenigen Jahren. Während 2022 noch 3,9 Prozent und 2023 sogar 7,6 Prozent der Entscheidungen mit einem Widerruf endeten, lag die Quote 2024 und 2025 nur noch bei rund drei Prozent, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht. 2024 kam es zu 637 Widerrufen, 2025 von Januar bis Ende November zu 538.
Dennoch sieht sich deren fluchtpolitische Sprecherin Clara Bünger durch die Zahlen bestätigt. „Die Lage in Syrien hat sich in keiner Weise grundlegend stabilisiert“, sagte sie dem RND, das zuerst über die Statistik berichtet hatte. In den Jahren mit deutlich höheren Widerrufsquoten tobte in Syrien noch der Bürgerkrieg.
Anteil der Widerrufe sinkt
Der Anteil der Widerrufe an allen Verfahren sank nach dem Höchststand 2023 deutlich. 2024 lag er bei rund 2,9 Prozent, 2025 bei etwa 3,2 Prozent. Trotz deutlich gestiegener Fallzahlen blieb der Anteil der Widerrufe damit unter dem Niveau der Kriegsjahre. Ende November 2025 hielten sich rund 940.000 syrische Staatsangehörige in Deutschland auf. Mehr als 500.000 von ihnen verfügten über einen Schutzstatus, überwiegend in Form von subsidiärem Schutz oder Flüchtlingsschutz. Circa 86.000 weitere Syrer befanden sich in einem laufenden Asylverfahren. Etwa 10.250 galten als ausreisepflichtig, beinahe alle von ihnen waren geduldet.
Neben Widerrufen weist die Statistik auch sogenannte Rücknahmen aus. Dabei hebt das Bamf einen Schutzstatus auf, weil er sich nachträglich als von Anfang an unberechtigt erwiesen hat, etwa wegen falscher Angaben im Asylverfahren. Rücknahmen spielten bei syrischen Staatsangehörigen zuletzt kaum noch eine Rolle. Während es 2022 noch gut 200 solcher Fälle gab, sank die Zahl 2023 auf rund 50 und lag 2024 und 2025 nur noch im niedrigen zweistelligen Bereich.
Sicherheitshinweise führten zu hunderten Schutzentzügen
Auch insgesamt ging der Anteil der Schutzentzüge zurück. Von Januar bis November 2025 entschied das Bamf über knapp 42.000 Widerrufs- und Rücknahmeverfahren, in rund 39.000 Fällen blieb der Schutzstatus bestehen. Angeführt wurde die Liste dabei von Irakern, denen das Bamf in 736 Fällen den Schutzstatus entzog.
Neben den regulären Verfahren überprüft das Bamf Schutzstatus auch aufgrund sicherheitsrelevanter Hinweise. Dies betraf 2025 von Januar bis Ende November mit 327 Fällen vor allem syrische Staatsangehörige. (sv)





