LONDON. Die rechte Partei Reform UK liegt bei Wahlumfragen in Großbritannien deutlich auf dem ersten Platz – und könnte sogar eine Mehrheit im Parlament erlangen. Laut aktuellem Stand würde die Partei insgesamt 34 Prozent erzielen – ein Vorsprung von 16 Prozent gegenüber der zweitstärksten Kraft, der Labour-Partei, berichtet die Webseite electionmaps.uk. Labour würde nach aktuellem Stand bei 18 Prozent liegen – ein Minus von beinahe 16 Prozent im Vergleich zur vergangenen Wahl im Juli 2024.
Sollte sie dieses Ergebnis bei der kommenden Wahl 2029 erzielen, würde die Partei insgesamt 407 Sitze im Parlament erhalten. Damit hätte die Partei des Politikers Nigel Farage eine absolute Mehrheit.
➡️ Reform lead by 16%, their largest ever advantage in an Opinion Poll.
This would give them 407 seats, a majority of 164. https://t.co/An4oOtOV7H pic.twitter.com/4iFCftRsAz
— Election Maps UK (@ElectionMapsUK) August 28, 2025
Ähnlich stark schneidet die Partei in aktuellen Umfragen des Magazins Politico ab. Am Mittwoch lag Reform UK dort bei 31 Prozent – elf Prozent mehr als die Labour-Partei, die lediglich 20 Prozent erreichen würde. Die Konservative Partei, die bei der vergangenen Wahl noch beinahe 24 Prozent geholt hatte, liegt laut Politico lediglich bei 16 Prozent. Laut electionmaps.uk würde sie derzeit sogar nur 15 Prozent erreichen.
Reform UK verspricht strengen Anti-Migrationskurs
Bereits im Mai hatte die rechte Partei den Wahlkreis Runcorn and Helsby im Nordwesten Englands gewonnen und dabei Labour eine schwere Niederlage bereitet (JF berichtete). Die Reform-Kandidatin Sarah Pochin hatte mit einer knappen Mehrheit von sechs Stimmen gewonnen.
Reform UK, die ursprünglich als Brexit-Partei gegründet wurde, führt ihren aktuellen Wahlkampf vor allem mit einem scharfen Anti-Immigrationskurs. Anfang der Woche versprach Farage, im Falle eines Wahlsiegs innerhalb der nächsten fünf Jahre mindestens 600.000 Migranten auszuweisen. Neuen Migranten, die mit Booten über den Ärmelkanal ankommen, soll der Asylstatus verweigert werden.
Es heißt, daß zwei Milliarden Pfund bereitgestellt werden sollen, um Ländern wie Afghanistan Zahlungen oder Hilfen für die Rücknahme von Migranten anzubieten. Gegen unkooperative Länder sollen möglicherweise Sanktionen verhängt werden. (lb)