BERLIN. Die Berliner Polizei hat seit dem Hamas-Angriff auf Israel Dutzende Vorfälle an Schulen in diesem Zusammenhang registriert und bekanntgegeben. Allein am vergangenen Freitag stieg die Zahl der Anzeigen nach Angaben der Behörde von „rund 40“ auf „knapp 50“, berichtete der Tagesspiegel. Die Bildungsverwaltung schwieg zu den Anfragen, da es sich um „sensible Daten“ handele.
Ebenfalls schlugen Lehrerverbände Alarm, darunter die Vereinigung Berliner ISS-Schulleiter (ISS steht für „integrierte Sekundarschule, die in anderen Bundesländern der Gesamtschule entspricht – Anmerkung der Redaktion). Ihr Vorsitzender Sven Zimmerschied schätzte, daß es bei einem Drittel der weiterführenden Schulen in der Hauptstadt zu solchen Zwischenfällen gekommen sei. Zugleich betonte er, es sei eine „nicht belastbare Hochrechnung“, da die Mitglieder bislang keine Rückmeldung dazu gegeben haben.
Berlins Bildungssenatorin: „Es endet bei Bedrohungen“
Am Freitag hatte bereits Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) über das Thema gesprochen. Sie bezeichnete die Situation als „äußerst angespannt“ und sprach von E-Mails, die man von Schulleitungen und Lehrern bekomme: „Es fängt an mit Schmierereien, Aushängen und Ausrufen. Es endet bei konkreten Bedrohungen von Schülern und Eltern gegenüber Pädagogen.“ Sie mahnte zudem an, Schulfremde würden versuchen, Zugang zu erlangen oder am Ausgang warten, um Pro-Palästina-Flyer zu verteilen.
Auch zu tätlichen Angriffen war es bereits gekommen. Anfang Oktober hatte ein 15jähriger Schüler am Ernst-Abbe-Gymnasium in Neukölln einen Pädagogen angegriffen. Auslöser dafür war eine Disziplinarmaßnahme gegen einen anderen Jugendlichen, der mit einer Palästina-Fahne zur Schule gekommen war. Das Video vom Vorfall wurde mehrfach in den sozialen Medien geteilt, darunter vom Linken-Abgeordneten Ferat Koçak, der von „Gewalt durch einen Lehrer“ gesprochen hatte. (kuk)