STUTTGART. Bei den schweren Ausschreitungen in Stuttgart haben einzelne Randalierer „Allahu Akbar“ (Allah ist groß) gerufen. Auf einem Video ist zu sehen, wie eine größere Gruppe junger Männer versucht, ein Modegeschäft zu plündern. Als Polizisten herbeieilen, flüchten die Randalierer, werfen mit Glasflaschen und brüllen die islamische Freudenformel sowie „ACAB“. Letzteres steht für die Polizeibeschimpfung „All Cops Are Bastards“ (Sinngemäß: Alle Bullen sind Schweine).
In der Nacht zu Sonntag hatten sich in der baden-württembergischen Landeshauptstadt mehrere hundert Jugendliche und junge Männer teils heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Es kam zu regelrechten Straßenschlachten, Fensterscheiben wurden eingeworfen und Geschäfte geplündert. Mehrere Polizisten wurden verletzt.
Wien darf nicht #Stuttgart werden!
Linke Gruppierungen randalieren in Stuttgart. Auch Allahu Akbar wurde geschrien. Diese Plünderungen und Gewaltausbrüche sind das Ergebnis von #BlackLivesMatter und Polizeibashing. 1/2 pic.twitter.com/iBXZ6NUZnP— Dominik Nepp (@DominikNepp) June 21, 2020
Ausgang der Ausschreitungen war eine Drogenkontrolle. Als die Beamten den Mann durchsuchten, solidarisierten sich 200 bis 300 Personen mit dem Verdächtigen und attackierten die Polizei. Unter anderem wurden die Einsatzkräfte mit Bierflaschen und Steinen beworfen.
Viele Ausländer und Migranten unter Verhafteten
Stuttgarts Polizeipräsident Franz Lutz sagte laut Bild: „Es sind unglaubliche Geschehnisse, die mich fassungslos gemacht haben und die ich in den 46 Jahren Polizeidienst, die ich bislang hinter mir habe, noch nicht erlebt habe. Es war eine nie dagewesene Dimension von offener Gewalt gegen Polizeibeamte und massive Sachbeschädigungen bis hin zu Plünderungen in unserer Stadt.“ Die Randalierer stammten nach Angaben von Polizei-Vizepräsident Thomas Berger aus der „Party- und Eventszene“.
Die Polizei nahm 24 Personen fest. Laut Berger seien zwölf davon Deutsche, drei von ihnen hätten einen Migrationshintergrund. Die andere Hälfte stammte aus Bosnien, Portugal, Iran, Irak, Kroatien, Somalia, Afghanistan.
Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) kündigte am Sonntag abend ein konsequentes Vorgehen gegen die Beteiligten an. „Wir werden mit allem, was uns der Rechtsstaat zur Verfügung stellt, die Randalierer verfolgen und sie zur Rechenschaft ziehen“, sagte er den ARD-„Tagesthemen“. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will sich am Montag ein Bild von der Lage in Stuttgart machen. (krk)