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Klimawandel
 

CDU-Politiker kritisiert „Gleichschaltung der Gesellschaft“

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Seit vierzig Jahren war es auf der Mittelmeerinsel nicht so kalt: Schnee auf Mallorca am vergangenen Wochenende Foto: JF

DRESDEN. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Arnold Vaatz hat sich in ungewohnt scharfen Worten für Kernkraft und gegen Ökostromgewinnung ausgesprochen. Zudem beklagt der frühere DDR-Bürgerrechtler die „Gleichschaltung der Gesellschaft“ durch die neue „Ökoreligion“.

In einem Meinungsbeitrag für das Europäische Institut für Klima und Energie (Eike) kritisiert er einen „erbarmungslosen Konformitätsdruck“. Wer in Widerspruch dazu gerate, der werde zwar noch nicht liquidiert oder verhaftet, aber aus der „medialen Relevanzzone“ verbannt.

Vaatz bezieht sich mit seiner Kritik auf die deutsche Klimapolitik und auf den Atomausstieg. Die deutsche Politik gleiche einer „Geisterfahrt“, sei „unlogisch und verderblich“. Deutschland habe seine „Navigationsinstrumente an die Priesterschaft einer neuen Religion“ abgegeben. „Ob eine Klimakatastrophe droht, und wer sie, wenn es sie droht, verursacht hätte und ob sie, wenn es sie droht, durch Politik vermeidbar wäre, wissen wir nicht“, so Vaatz.

Neue Kälterekorde

Auch andere Politiker schlossen sich Vaatz’ Haltung an und sprachen sich gegen die einseitige Fixierung der deutschen Politik auf Kohlenstoffdioxidreduzierung aus. So kritisiert der frühere SPD-Politiker und jetzige RWE-Manager Fritz Varentholt die Voraussagen des Weltklimarats. Die Welt stehe eher vor einer Abkühlungsphase als vor einer Erwärmungsphase, schreibt Varentholt in seinem Buch „Die kalte Sonne“, das heute erscheint.

Vaatz’ Umschwenken hätte in keinem günstigeren Moment erscheinen können, da momentan neue Kälterekorde ganz Europa in Atem: In den vergangenen Tagen gab es Medienberichten zufolge schon rund 300 Kältetote. Die Temperaturen sinken nachts in Mitteleuropa auf unter -20 Grad. Selbst Mallorca und Rom sind schneebedeckt. (rg)

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