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Teil 7: Krieg war nur noch eine Frage der Zeit

Seit Großbritannien eine Garantie angeboten und Frankreich seine militärische Unterstützung versprochen hatte, wuchs in Polen ein Gefühl von Siegessicherheit, das sich zwischen Traum und Rausch bewegt hat. Ab Mai 1939 nahmen die Ausschreitungen gegen die volksdeutsche Minderheit in Polen wieder schlimme Formen an.

Auf dem Lande wurden Höfe deutscher Besitzer in großer Zahl angezündet, die Bauern vertrieben, Deutsche in den Städten verprügelt, in Einzelfällen sogar totgeschlagen. Deutschsprachige Gottesdienste wurden so häufig gestürmt und aufgelöst, daß sich der Vatikan genötigt sah, dies bei der polnischen Regierung zu beklagen.

Die Deutsche Reichsregierung mußte im Sommer 1939 Auffanglager einrichten, um des Stromes deutscher Flüchtlinge aus Polen Herr zu werden. Ab Juni 1939 mehrten sich in Danzig die gegenseitigen Beschuldigungen und Verdächtigungen zwischen der deutsch-Danziger Bevölkerung und den polnisch-Danziger Behörden.

„Zollinspektorenstreit“

Polnische Militärtransporte fuhren durch das Danziger Gebiet, ohne daß sie, wie es vereinbart war, vorher beim Danziger Senat gemeldet wurden. Die polnischen Wachmannschaften im Munitionsdepot auf der Westerplatte wurden auf 240 Mann verstärkt, obwohl der Völkerbund nur 88 Soldaten zugelassen hatte.

Besonders kritisch wurde ein Zwist im Sommer 1939, der sogenannte „Zollinspektorenstreit“. Ab Mai verschärften sich Kontrollen und Verhalten der polnischen Zollbeamten gegenüber den Danzigern im kleinen Grenzverkehr, der für die Menschen dort in ihrer Insellage von besonderer Bedeutung war. Des weiteren maßten sich die polnischen Zollbeamten gegenüber ihren deutschen Kollegen Befehlsbefugnisse an. Zur Verärgerung der deutschen Seite wurde auch die Zahl der polnischen Beamten wesentlich erhöht.

Die deutschen Beamten arbeiteten daraufhin mit den polnischen nicht mehr zusammen. Die wiederum verzögerten die Ausfuhr Danziger Agrar- und Fischereiprodukte, die im heißen Sommer 1939 schnell verdarben. In dieser angespannten Lage beschwerte sich der Präsident des Danziger Senats, Arthur Greiser (NSdAP), beim polnischen Generalkommissar Marjan Chodacki über die beschriebenen Vorfälle und kündigte an, daß deutsche Zollbeamte von den polnischen in Zukunft keine Weisungen mehr entgegennehmen würden.

Einmischung als „Angriffshandlung“ betrachtet

Chodacki schickte dem Senatspräsidenten postwendend ein Ultimatum, diese Weisung bis 18 Uhr des selben Tags zurückzunehmen, andernfalls „werde die polnische Regierung unverzüglich Vergeltung gegen die freie Stadt anwenden“. Außerdem teilte Chodacki mit, daß der polnische Zoll ab sofort bewaffnet werde. Hitler, vom Senatspräsidenten um Rat gefragt, drängte diesen, für Entspannung zu sorgen und „die Angelegenheit nicht noch mehr zu vergiften“. Es gelang schließlich, Chodacki zur Aufhebung des Ultimatums zu bewegen.

Das Auswärtige Amt übermittelte dem polnischen Geschäftsträger in Berlin die Mißbilligung der Reichsregierung zum Zollinspektorenstreit, zum Ultimatum und zur Drohung gegenüber der Danziger Bevölkerung. Der teilte nach Rücksprache mit seinem Ministerium in Warschau tags darauf mit, daß Polen jede Einmischung der deutschen Reichsregierung in die polnischen Beziehungen zum Freistaat zu Lasten Polens als „Angriffshandlung“ betrachten werde.

Angesichts des unbedeutenden Zollstreits in Danzig war das eine ganz massive Drohung, zumal Großbritannien und Frankreich zugesichert hatten, Polen in jedem von Deutschland ausgelösten Krieg zu unterstützen. Hitler zeigte sich über das polnische Ultimatum empört. Verschärfend wirkten Deutungen der polnischen Presse, Hitler habe im Zollstreit „klein beigegeben“ und eine einzige, ein wenig schroffe Note habe genügt, „ihn in die Knie zu zwingen“.

Fingierte Brand- und Sprengstoffanschläge

In der letzten Woche vor dem Kriegsausbruch versuchten polnische Flak-Batterien mehrmals, Passagiermaschinen der Deutschen Lufthansa auf ihrem Flug von Berlin nach Königsberg über der Ostsee abzuschießen. Es kam zu zahlreichen Schießereien an den Grenzübergängen zwischen polnischen und deutschen Zollbeamten und Soldaten, wobei es Tote gab.

Das „Abfackeln“ deutscher Bauernhöfe im polnischen Grenzland ging unvermindert weiter. Im August griffen die Überfälle und Brandstiftungen der Polen auch auf die deutsche Seite der Grenze über. Um diese Geschehnisse dann für die Propaganda gezielter ausschlachten zu können, inszenierte der Sicherheitsdienst des Reichsführers SS (SD) in den letzten Tagen vor Beginn des Krieges beiderseits der Grenze fingierte Brand- und Sprengstoffanschläge.

Diese illegalen Aktivitäten des SD wären angesichts der Vielzahl der polnischen Übergriffe wohl nicht erforderlich gewesen, zu offen sprachen gegenüber der entsetzten deutschen Öffentlichkeit die Bilder der Flüchtlingsströme, der Schießereien und Angriffe auf deutsche Bauern jenseits der Grenze. Als am 31. August, dem Tag vor Kriegsbeginn, auch noch der deutsche Konsul in Krakau umgebracht wurde, überraschte der Krieg gegen Polen im Deutschen Reich wohl niemanden mehr.

> Teil 8: Stalin verhandelte zweigleisig 

JF 30/09

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