Braunkohleabbau im Tagebau Garzweiler und Kraftwerk: Kohle ist wichtigster Energieträger im ersten Halbjahr 2021 Foto: picture alliance / Jochen Tack | Jochen Tack
Braunkohleabbau im Tagebau Garzweiler und Kraftwerk: Kohle ist wichtigster Energieträger im ersten Halbjahr 2021 Foto: picture alliance / Jochen Tack | Jochen Tack

Rückgang des Windstroms
 

Kohle ist wichtigster Energieträger im ersten Halbjahr

WIESBADEN. Im ersten Halbjahr 2021 hat die Stromerzeugung aus konventionellen Energieträgern im Vergleich zum Vorjahreszeitrum um 20,9 Prozent zugenommen. Damit stellten sie 56 Prozent der gesamten Stromerzeugung, teilte des Statistische Bundesamt am Montag mit. Kohle machte dabei 27,1 Prozent der insgesamt eingespeisten Strommenge aus. Kohlekraftwerke verzeichneten mit einem Plus von 35,5 Prozent den höchsten Anstieg im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020.

Der Anteil erneuerbarer Energien sank hingegen um 11,7 Prozent. Dabei verzeichnete die Stromgewinnung aus Windkraft einen Rückgang um 21 Prozent. Das lag laut Bundesamt an dem windarmen ersten Halbjahr. Im Jahr zuvor war die Windkraft noch der wichtigste Energieträger gewesen.

Die 57,1 Milliarden Kilowattstunden Windstrom waren demnach der niedrigste Wert für ein 1. Halbjahr seit 2018. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 32,4 Prozent weniger Windenergie gewonnen.

Anteil von Importstrom bleibt stabil

Die Gesamtstromerzeugung lag in den ersten sechs Monaten des Jahres bei 258,9 Milliarden Kilowattstunden. Das war eine Steigerung von vier Prozent.

Stabil blieb hingegen die Menge des nach Deutschland importierten Stroms. Sie lag in den beiden Vergleichszeiträumen bei 25,7 Milliarden Kilowattstunden. Exportiert wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 34,5 Milliarden Kilowattstunden, was einer Steigerung von 2,7 Prozent entspricht.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hatte sich im Juli für die Errichtung von 1.500 neuen Windrädern pro Jahr ausgesprochen. „Wir brauchen jetzt den Turbo. Um bis 2045 Klimaneutralität zu erreichen, brauchen wir einen Zubau von rund 1.500 Windrädern pro Jahr bis 2030“, sagte BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae damals.

Unterdessen kam eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey zu dem Ergebnis, daß ausgehend von einer schnellen Umsetzung der Energiewende in Deutschland Investitionen von rund sechs Billionen Euro nötig wären, berichtete der Deutschlandfunk. Sollte es der Bundesrepublik nicht gelingen, die Weichen für die Energiewende zu schaffen, entstünden für Privathaushalte und die Industrie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit größere finanzielle Belastungen. (ag)

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