EU-Haushalt
EU-Haushalt: Deutschland ist größter Nettoeinzahler Foto: picture alliance / dpa Themendienst
EU-Haushalt

Deutschland ist größter Nettozahler in der EU

BERLIN. Deutschland hat auch im vergangenen Jahr am meisten in den EU-Haushalt eingezahlt. Der Nettobeitrag – die Differenz zwischen Beitragseinzahlungen und Rückflüssen – lag 2015 bei 14,3 Milliarden Euro. Damit sank die Zahl gegenüber dem Vorjahr zwar vom Rekordwert 15,5 Milliarden leicht ab, Deutschland bleibt aber weiterhin der größte Nettoeinzahler in den EU-Haushalt, wie aus der EU-Haushaltsabrechnung von 2015 hervor geht.

Nach Deutschland zahlte Großbritannien trotz des Rabatts, den das Land auf seine Beitragszahlungen erhält, rund 11,5 Milliarden Euro – wegen eines Einmaleffektes fast doppelt so viele wie 2014. Ohne Rabatt hätten die Briten im vergangenen Jahr noch einmal sechs Milliarden Euro mehr einzahlen müssen. Am drittmeisten zahlte Frankreich mit rund 5,5 Milliarden in den EU-Haushalt ein.

Mitgliedsstaaten müssen Briten-Lücke auffüllen

Die Lücke, die Großbritannien nach seinem Austritt aus der EU hinterläßt, müssen die anderen Mitgliedsstaaten auffüllen. Laut der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) entfalle auf Deutschland auf Basis der aktuellen Zahlen ein zusätzlicher Beitrag in Höhe von zweieinhalb bis drei Milliarden Euro. Die einzuzahlenden Beiträge der Mitgliedsstaaten sind an die Entwicklung der Wirtschaftsleistung gekoppelt.

Gemessen am Bruttosozialprodukt (BSP) sind die Niederlande mit einem Anteil von 0,54 Prozent der größte Nettozahler. Dahinter folgt Schweden, das 0,48 Prozent seines BSP nach Brüssel überwies. Deutschland und Großbritannien rangieren dahinter mit einem Anteil von jeweils 0,46 Prozent.

Polen größter Nettoprofiteur

Der größte Nettoprofiteur im vergangenen Jahr war Polen. Das Land erhielt rund 9,4 Milliarden Euro mehr aus Brüssel, als es einzahlte. Dahinter folgen Tschechien (5,7 Milliarden Euro) und Rumänien (5,2 Milliarden Euro). Griechenland erhielt 4,9 Milliarden Euro mehr, als es nach Brüssel überwies.

Die EU-Kommission hatte die Zahlen bereits Mitte Juli veröffentlicht, allerdings ohne dies der Presse mitzuteilen. Laut NZZ veröffentliche die Behörde bereits seit einigen Jahren den alljährlichen Bericht der EU-Finanzen ohne Pressekonferenzen. (ls)

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