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Götterdämmerung der Globalisierung

Ideologien scheitern regelmäßig an der menschlichen Natur. So dürfte es nun auch der Globalisierungsideologie ergehen, die meinte, mit dem Wegfall aller staatlichen Schranken für die Märkte allgemeinen Wohlstand herbeiführen zu können. Jetzt stehen wir vor der größten Wirtschaftskrise seit 1929. Sie könnte zur „Götterdämmerung“ für die Globalisierung werden. In den USA hätte die massenhafte Abwanderung der Industrie in Niedriglohnländer bereits seit Jahren zu hoher Erwerbslosigkeit führen müssen. Man hat jedoch durch Aufrüstung mittels Staatsverschuldung, einen mit faulen Immobilienkrediten vom Ausland mitfinanzierten Bauboom und durch exzessive Kreditvergabe für den privaten Konsum viele neue Arbeitsplätze geschaffen. Nach dem Bankrott dieser Politik droht den USA nun Massenarbeitslosigkeit.

Auch Länder wie China und Japan, die bisher die gewaltigen Handelsbilanzdefizite der USA mit finanziert haben, werden trotz ihres vitalen Interesses am Export in die USA Zweifel bekommen, ob sie für ihre Dollarreserven in Billionenhöhe jemals adäquate Gegenleistungen erhalten werden. Deshalb müssen die USA ihr Handelsbilanzdefizit ausgleichen, um das Gleichgewicht in der Weltwirtschaft wiederherzustellen. Weil die dazu nötige Abwertung des Dollar bisher an seiner Leitwährungsfunktion gescheitert und eine entsprechende Ausweitung der US-Exporte auch nicht in Sicht ist, bleibt wohl nur die massive Einschränkung der Industrieimporte (wie schon im Agrarsektor) durch Schutzzölle. Da man damit auch sehr viele abgewanderte Arbeitsplätze zurückzuholen hofft, werden die Politiker mit Rücksicht auf ihre Wähler dieser „Versuchung“ kaum widerstehen können. Dies wäre dann der Anfang vom Ende der Globalisierung.

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