Für Frieden und Freihandel

Ein Thema des G20-Treffens ist der sich abzeichnende Protektionismus. Angesichts ihrer wohlfeilen Lippenbekenntnisse, denen zufolge die Globalisierung eine Segen verheißende, sich selbst vollendende Prophezeiung sei, müssen sich die zwanzig wichtigsten Industriestaaten fragen, wie ernst sie es meinen. Gerade Entwicklungs- und Schwellenländer werden durch die Abschottungstendenzen führender Industrienationen wie Frankreich oder der USA mit weiteren Handelshemmnissen oder Produktionseinbrüchen konfrontiert, etwa wenn Produktionsstätten geschlossen werden oder Kapital abgezogen wird. Daß dies dem Völkerfrieden kaum zuträglich ist, illustrierte jüngst die rassistisch konnotierte Einlassung von Brasiliens Präsident Lula da Silva, als er die Verantwortlichen für die Finanz- und Wirtschaftskrise benannte: diese sei „von weißen Menschen mit blauen Augen“ gemacht worden.

Solchen Entwicklungen entgegenzuwirken, ist das hehre Ansinnen einer von libertären Initiativen aus aller Welt erstellten und in zwanzig Sprachen übersetzten Petition, die am Vorabend des hochkarätigen G20-Gipfels in London der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Sie beruft sich auf den Staatstheoretiker Baron de Montesquieu, der schon im 18. Jahrhundert feststellte, daß Frieden „die natürliche Folge des Handels“ sei. Unter dem programmatischen Titel „Freihandel ist die beste Politik“ (www.atlasnetwork.org/tradepetition/) werden die Regierungen der Welt aufgefordert, kurzsichtigen Forderungen nach Handelsbeschränkungen nicht nachzugeben und statt dessen noch vorhandene abzubauen. Eine Gefahr wäre neuerlicher Protektionismus insbesondere für den Exportweltmeister Deutschland, dessen Wirtschaft jetzt bereits mit 15 Prozent weniger Ausfuhren rechnen muß.

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