Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

Zwei Erden für ein „Happy End“ nötig

Die Finanzkrise verschafft der Umwelt eine Verschnaufpause, denn das Wirtschaftswachstum wird gebremst und der Naturverbrauch damit auch. Aber eine Wachstumsdelle ist noch keine Wende. Der Trend der letzten 15 Jahre besagt, daß die Weltwirtschaft wuchs, die Nachfrage nach Agrarfläche, Holz, Futtermittel oder Fisch stieg stetig an. Zu diesem Schluß kommt der „Living Planet Report 2008“ der Naturschutzorganisation WWF. Wenn der Verbrauch an Naturressourcen so weitergeht, würden bis zum Jahr 2035 zwei Planeten benötigt, um den Bedarf an Nahrung, Energie und Fläche zu decken. Diese Wenn-dann-Annahmen erinnern an Dennis Meadows’ Club-of-Rome-Studie „Die Grenzen des Wachstums“ von 1972. Auch dort wurde angenommen, wenn bei den bisher bekannten Vorkommen X die Wachstumsraten Y weiter steigen wie bisher, dann kommt im Jahre Z das Ende. Das sind Modelle, keine Prognosen. So wird man auch den WWF-Report als eine Sammlung von Modellen ansehen müssen, mit deren Hilfe man die Wirklichkeit besser verstehen sollte. Der Report zeigt zumindest, daß sich nach drei Jahrzehnten Umweltbewegung keineswegs alle ökologischen Probleme in einem „Happy End“ auflösen. Die Eckdaten zur Plünderung des Planeten Erde haben sich in den letzten 15 Jahren verschlechtert. Die Wirbeltierbestände haben sich genauso verringert wie die Ölvorkommen. Sicher, daran tragen vor allem die Schwellenländer ihren Anteil, zuvorderst China. Die Verschwendungswirtschaften der USA, aber auch Japans und der EU wirken fort. Daran wird sich auch nicht viel ändern. „Eine unbequeme Wahrheit“ kann das mit Al Gore genannt werden, der allerdings nur an das Weltklima dachte. Wenn es nur das wäre!

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