Deutschland profitiert vom hohen Ölpreis

Der Ölpreis steigt und steigt und erreichte letzte Woche das Rekordniveau von über 72 Dollar pro Barrel. Die Weltwirtschaft zog stärker an, als die Energiekonzerne sich das gedacht haben, und der Energiehunger Chinas und Indiens steigt stetig. Zudem spielen geopolitische Erwägungen über den Erdölexporteur Iran eine Rolle. Deutschland hat dabei den Vorteil, daß hier intensiv der Umweltschutzgedanke diskutiert und auch praktiziert wird. Die Folge ist, daß Energiespartechniken wirtschaftlich eine relativ große Rolle spielen und bei steigendem Ölpreis um so mehr zum Exportschlager werden. Windräder mögen umstritten sein, woanders in der Welt gibt es aber noch reichlich Bedarf. Solarzellen und Warmwasserkollektoren, Blockheizkraftwerke und Biomasseanlagen sind die richtigen Pferde, auf die gesetzt wurde. Verlierer der aktuellen und eigentlich absehbaren Entwicklung sind energieverschwenderische Volkswirtschaften wie die USA. Das bestätigte jetzt sogar Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. Die Umweltschutztechnik ist längst nicht nur etwas für ewige „Ökos“ und Umweltschutzpioniere. Die Natur- und Umweltbewegung hat also Wirkung gezeigt, bleibt sie an ihren eigenen Maßstäben gemessen auch hinter dem Notwendigen zurück. Denn geplündert werden die Erdvorräte an fossilen Brennstoffen und Rohstoffen noch immer, die Artenvielfalt nimmt ab, die Zahl der Menschen und ihre Ansprüche nehmen hingegen zu. Eine „Planetarische Wende“ (Herbert Gruhl), bei der die Grenzen der Erde das Handeln des Menschen leiten, sähe anders aus. Aber besser als nichts. Denn schlimmer geht immer.

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