Atomkraft – nein danke

Premierminister Tony Blair wirbt für eine Renaissance der Atomkraft, da Großbritannien trotz eigener Erdgasvorkommen auf Importe angewiesen ist und um den steigenden Strombedarf von Haushalten und Industrie decken zu können. Finnland baut einen neuen Reaktor. Frankreichs Atomkraft sorgt für 54,3 Prozent der Stromerzeugungskapazität des Landes – in der Praxis produzieren die dortigen AKWs sogar fast drei Viertel der gesamten Kilowattstunden. Die Große Koalition in Berlin hält indes am Atomausstieg fest. Obwohl es keine kostengünstigere Energieversorgung gibt, steuert der für erneuerbare Energien zuständige Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) stur gegen die Kernkraft. Die Energie-Kompetenz in ihrer ganzen Breite liegt bei CSU-Wirtschaftsminister Michael Glos, der in seiner Amtsführung jedoch schwächelt. Gabriel fördert Braunkohle- und Gaskraftwerke, die Tausende Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre blasen, und er setzt sich für die weitaus teureren alternativen Energieträger ein, die in den nächsten 30 Jahren keinen gleichwertigen Ersatz für die Atomenergie bieten. Die Verlängerung der Restlaufzeit der deutschen Atomkraftwerke von 40 auf 60 Jahre läßt sich nicht umgehen, wenn es nicht abhängig werden will von Rohstoffquellen, die in Krisengebieten liegen oder zu politischen Erpressungen verwandt werden können. In der EU spricht man wieder offen über Atomkraft. Vielleicht ist es ganz hilfreich, daß Deutschland Anfang 2007 die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt, bei der Glos die Führung von drei Ministerräten zufällt: des Wettbewerbsfähigkeitsrats, des Technologierats und des Energierats. Das aber nur, wenn Glos standhaft bleibt, denn Gabriel erhebt schon Anspruch auf den Vorsitz des Energierats.

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