Totschlagargument Arbeitsplätze

Für die kommenden drei Jahre gibt Kanada 1.005.000 Robben zum Abschlachten frei – 975.000 Sattelrobben und 30.000 Klappmützen. Der kanadische Fischereiminister Robert Thibault spricht damit einen Freibrief für ein großes Blutbad aus. „Jede Robbenjagd ist ein gemeines, gnadenloses Abschlachten“, schrieb schon vor 150 Jahren der deutsche Zoologe Alfred Brehm. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Mit dem Knüppel werden die Tiere erschlagen, manchmal können sie fliehen und verenden elend. Auch Lebendhäutungen machen immer wieder von sich reden. Der Perversionen nicht genug, wird das Fleisch der Robben gar nicht genutzt. Da helfen auch keine Zeitungsanzeigen in Norwegen. Selbst die Felle sind schwer absetzbar, so daß China als neuer Markt für Robbenprodukte erst noch gewonnen werden muß. Der Grund des Gemetzels ist ganz einfach: Arbeitsplätze sollen entstehen. Dafür hat die kanadische Regierung 1996 sogar 1,3 Millionen Dollar Subventionen in die Robbenjagd investiert. Aktuell schert sich Kanada nicht einmal darum, daß die Fangquote über eine nachhaltige Nutzung der Robbenbestände hinausgeht. Dann dürften nach Angaben der Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere keine 200.000 der fünf Millionen Robben getötet werden. Denn weitere Zehntausende Robben enden als Beifang in der Fischerei. Der Friede auf dem Eis, der 1983 einmal eingekehrt war, nach dem Bernhard Grzimek Fernsehbilder über das Grauen präsentierte, ist vorbei. Tierschützer wollen sich aber nicht geschlagen geben und rufen in den USA per Anzeigen zum Boykott gegen kanadische Produkte auf. Die Ökonomisierung der Welt nimmt immer perversere Züge an.

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