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Nomenklatura Arbeitsagentura

Der neue Leiter der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, hat kurz nach seinem Dienstantritt festgestellt, daß der „Virtuelle Arbeitsmarkt“, den die BA als internetbasierte Methode der Arbeitsvermittlung einrichten will, statt wie geplant 65 Millionen nun etwa 165 Millionen Euro kosten wird. Der Ausbau der Internet-Stellenbörse wurde vorläufig gestoppt und der verantwortliche Projektleiter Jürgen Koch von seinen Aufgaben entbunden. Weise, vormals Finanzvorstand der BA und nun Nachfolger des geschaßten Florian Gerster, bestreitet jede Mitschuld; er hätte von nichts gewußt. Schuld sei nach Ansicht hochrangiger BA-Mitarbeiter das BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt, der bereits im letzten Jahr von der Kostenexplosion gewußt haben soll. Verwaltungsratsmitglied Stephan Götzl fühlt sich angeblich von Alt „verarscht“. Er habe mehrfach Informationen über die Kosten des virtuellen Arbeitsmarktes angefordert, sei aber „wiederholt ohne klare Auskunft abgespeist“ worden. Der Schaden für die Zwangsbeitragszahler scheint unabwendbar, da gültige Verträge abgeschlossen sind. Die von der BA beauftragte Informationstechnologiefirma Accenture sieht sich daher ebenfalls unschuldig: Zu den Anfangsaufträgen seien immer wieder Nachbestellungen für zusätzliche Server, zusätzliche Auswertungsmöglichkeiten und einen verbesserten Datenschutz erfolgt. Das System der gegenseitigen Schuldzuweisung erinnert an die Reflexe sozialistischer Zentralverwaltungswirtschaft. Einer wird schließlich als Sündenbock ausgewählt. Hauptsache, die Nomenklatura leidet keinen Schaden. Nahezu Hohn spricht, daß der Ex-Finanzchef Weise wie bereits im Falle Gerster auch hier von dem Ausgabengebaren seines Ladens keinen blassen Schimmer hatte.

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